OK Go - Oh No - Cover
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OK Go Oh No


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die großen Gewinner des letzten Jahres waren die Beatsteaks, die mit ihrem Album unbeschwert, frei und facettenreich rockten. Tatsächlich scheint der Trend der kurzweiligen Rockmusik wieder aufzuleben. Bands, die Stücke frei heraus schreiben und nicht wie andere weiter und weiter daran feilen, um Songs für die Ewigkeit zu schreiben. In einer Zeit der Überproduktion ist dies manchmal wirklich befreiend und wenn dann noch vier chaotische US-Boys auf Laufbändern zu so einer Musik den größten Humbug veranstalten hat das – Oh Wunder, oh Wunder – Kultpotenzial. Dann noch der knackige Name „OK Go“, denn sich Damian Kulash, Tim Nordwind, Dan Konopka und Andy Ross ersannt haben und die Teppiche für eine rasante Rockkarriere sind ausgerollt.

Die Anspielung auf die deutsche Rockband hat ihre Gründe. Wenngleich auch kratziger erinnert der Sound, an die raueren Stücke eines Smack Smash oder Living Targets. Weniger Punk, aber die Stimme des Sängers erinnert ebenfalls nur zu sehr an die Beatsteaks. Erst gegen Ende des Albums kommt noch eine Spur Brit-Rock und eine melodische Wandlung des Sängers zu Stande. Den Anfang macht das starke „Invincible“. Ein guter Rocksong der Marke, habe ich zwar schon gehört, aber macht trotzdem Spaß. Überhaupt steht der Spaß im Vordergrund. Leichte Riffs, die hier und da verzogen und schräg klingen, aber alles nur Show, denn das Skelett der Musik ist nie ausufernd sondern sehr „straight“.

Ein „Do What You Want“ lebt eigentlich nur von seinem Hauptriff, der so einfach ist, dass es weh tut, aber genau das war/ist/wird Rock immer (sein). Zumindest eine gewisse Art von Rock. „Here It Goes Again“ reiht sich von der Qualität her konstant ein. Der übliche Track fürs Radio und wieder wippen die Füße mit. Gegen Ende gibt es dann sogar den rhythmischen Ausreißer, der sichtlich gut tut, bevor die Lieder zu geradlinig werden. „A Good Idea At The Time“ ist für den Deutschrocker dann die absolute Hommage an die Beatsteaks. Der Gesang zwischen Sprechen und kratzig-kantig ist gut gelungen. „Oh Lately It’s So Quiet“ ist dann der Titeltrack, was sich durch das „Oh No“-Gesäusel der Backgroundstimmen verrät. Hiermit wäre dann auch die seufzende, nur sanft rockende Nummer des Albums erreicht. Sehr schön und wird durch das erfrischende „It’s A Desaster“ fast vergessen gemacht. Im positiven Sinne. Uptempo und charakterstarke Stimme, nur der Refrain ist ein wenig unausgefallen.

„A Million Ways“ läutet die zweite Hälfte ein und hätte diesmal aus der Feder Franz Ferdinands kommen können. Danach kehrt man dann wieder zum Sound der ersten Lieder zurück, auch wenn mehr und mehr Melodie in den Zwischenpassagen auftaucht. „Let It Rain“ ist dann das nächste ruhige Stück und zeigt, dass die liebenswerten vier Jungs gar nicht so abgedreht sind, wie es auf den ersten Blick scheint. Gerade am Ende wird es ruhiger und doch können die Jungs das Niveau mehr oder weniger halten und gerade die Ausreißer nach oben in der Mitte des Albums sorgen für eine gute Bewertung. Na ja und wahrscheinlich, dass sie doch liebenswert verrückt sind.

Anspieltipps:

  • Ivincible
  • Do What You Want
  • Here It Goes Again

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