Jon Lord - Boom Of The Tingling Strings - Cover
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Jon Lord Boom Of The Tingling Strings


  • Label: Classics Club/EMI
  • Laufzeit: 72 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Rockstar als Komponist klassischer Musik ist sicher etwas Ungewöhnliches, auch wenn Jon Lord dafür seit vielen Dekaden bekannt und so etwas wie der Erfinder dieses Crossovers ist.

Schon Ende der 60er Jahre schrieb Jon Lord (67), Gründungsmitglied, Komponist und Keyboarder der britischen Hardrock-Formation Deep Purple, Orchestermusik. Eine Leidenschaft, die er nie abgelegt und nach seinem Ausstieg bei den Rock-Veteranen im Jahr 2002 noch mehr forciert hat. Jetzt legt der Engländer sein neuestes Werk aus der Klassik-Abteilung vor, auf dem er ein Klavierkonzert sowie eine Streichersuite vereint: „Boom Of The Tingling Strings“ („Das Dröhnen der klingenden Saiten“) – eine klingende Reise aus der Vergangenheit.

Die Idee zu dem Klavierkonzert basiert auf dem Gedicht „Piano“ von D.H. Lawrence aus dem Jahr 1918, das Jon Lord vor zehn Jahren in die Finger bekam. Inspiriert von den Texten dauerte es rund vier Jahre, bis die Komposition komplett fertig war und schließlich im Februar 2003 ihre Uraufführung mit dem Queensland Orchestra im australischen Brisbane hatte. Es ist ein Konzert aus vier Sätzen, die ohne Pausen ineinander übergehen, mit knapp 37 Minuten Spielzeit, wobei es interessanter Weise gut sechs Minuten dauert, bis sich das Klavier das erste Mal meldet.

Bezogen auf das ursprüngliche Gedicht lassen sich die einzelne Sätze in etwa als „Der Winter draußen“, „Die Gesänge im behaglichen Salon“, „Zauber kindlicher Tage“ und „Flut der Erinnerung“ benennen. Sie erzählen die Lebensgeschichte von Jon Lord und wurden für das vorliegende Album vom Odense Symfoniorkester unter der Leitung von Paul Mann im Dezember 2006 in Dänemark eingespielt.

Der zweite Teil des Albums ist die Suite „Disguises“ („Tarnungen“). Komponiert für ein Streichorchester, zeichnet sie in drei Sätzen die musikalischen Portraits für drei Personen nach: Einen Komponisten, der das Musikerleben Jon Lords maßgeblich beeinflusste, seine verstorbene Mutter, sowie ein guter, nicht näher genannter Freund Lords. Das Stück wurde 2004, noch vor der endgültigen Vollendung im Sommer 2006, beim Musikfestival in Bergen uraufgeführt und wurde von Lord dem Dirigenten Sir Malcolm Arnold gewidmet.

Ein Rockstar als Komponist klassischer Musik ist sicher etwas Ungewöhnliches, auch wenn Jon Lord dafür seit vielen Dekaden bekannt („Gemini Suite“, 1971) und so etwas wie der Erfinder dieses Crossovers ist. Ganz klar: Mit dem Wechsel von der U- zur E-Musik hat sich der 67-Jährige einen Traum erfüllt, der sich im Rahmen eines auf Rock- und Popmusik spezialisierten Magazins nur schwer bewerten lässt.

Anspieltipps:

  • Disguises: Music for Miriam – Adagio (II)
  • Boom of the tingling strings – Adagio (III)
  • Boom of the tingling strings – Allegro Giusto (IV)

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