One-Two - The Story Of Bob Star - Cover
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One-Two The Story Of Bob Star


  • Label: Four Music/SonyBMG
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Frédéric Beucher und Séverin Tézenas du Montcel bilden das französische Duo One-Two, welches mit dem Debütalbum „Love Again“ vor zwei Jahren mit schillernd verspielten Hymnen an die Lebensfreude von sich reden machte. Ob man Glam- oder Sixties-Pop verarbeitete, im beherzten Stadion-Rock vorbeischaute oder besinnliche Balladen einstreute – das Duo aus Paris versteht es, mit den Genres zu spielen und dabei die beachtliche Tradition von französischen Pop-Darlings weiterzuführen. Neben dem ersten Output bestachen One-Two auch mit Live-Auftritten, die sie gemeinsam mit Bloc Party, Maximo Park, Hard-Fi, Wir Sind Helden und anderen quer durch Europa sowie die USA brachten. Für den zauberhaft ausgefeilten Klang des Zweitlings, ein Konzeptalbum über die Kunstfigur Bob Star, sorgte Produzent Julien Delfaud (Phoenix, Hermann Düne, Cazals) und die Band selbst. Dabei fällt das im Vergleich zu „Love Again“ weniger hektische und deutlich harmonischere Songmaterial auf, das durchweg sonnig ein tolles Frühlingsalbum erzeugt.

Das einleitende „Bob Star“ swingt sich mit rhythmusorientierten Gitarren, einem luftigen Schlagzeug-Beat und anschwillenden Synthie-Sounds in die Herzen, die doch glatt noch von einer Adaption des Rage Against The Machine-Riffs von „Killing In The Name Of“ erstürmt werden. Man kann es frech nennen, dieses unsterbliche Riff 1:1 zu covern und noch dazu in diesem unbekümmerten Sixties-Pop unterzubringen, aber das sind One-Two und genau das macht sie so frisch. Vieles klingt wie schon einmal gehört, doch die Elemente sind so intelligent zusammengefügt, das sie etwas eigenes ergeben und man sich zwischen all´ den Zitaten einfach nur an so viel beschwingtem Wohlfühl-Pop erfreut.

„Something In My Mind“ kommt als Dancefloor-Kracher daher und überzeugt mit dringlichen Synthesizern, während der Refrain von knarzigen E-Gitarren eingerahmt wird. Wie auf dem gesamten Album ist es auch hier die Schnittmenge aus zahlreichen Spielarten der vergangenen Pop-Jahrzehnte, die sich im Gehirn einnistet und von dort aus das Herz erobert. Vom Piano getragen betont „Slippery Shoes“ auch durch den sentimental glamourösen Gesang die tragische Seite der Geschichte um Bob Star. Der positiven Ausstrahlung tut das allerdings keinen Abbruch, denn stets schwingt in den Tönen und der Herangehensweise ein ironische Komponente mit, die zusammen mit den ernsthaft detaillierten Pop-Arrangements harmoniert. Als Fazit ist festzuhalten, dass „The Story Of Bob Star“ sich gegenüber dem Debüt behaupten kann und weniger wechselhaft daherkommt, was der kompletten Ausstrahlung sehr gut tut und ein überaus gelungenes Werk erschafft. Etwas mehr kantige Ausbrüche und es wäre noch mehr möglich gewesen.

Anspieltipps:

  • Bob Star
  • Slippery Shoes
  • Monday Lane
  • Monday Forever

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