Die Kleinen Götter - Zuhause - Cover
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Die Kleinen Götter Zuhause


  • Label: MossBEACH/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Label-Waschzettel eröffnete schon vor gut drei Jahren, im Zusammenhang mit dem zweiten Album von „Die Kleinen Götter“, mit einer Steilvorlage für die Presse und lieferte als Beschreibung von „Der Schatz der Riffpiraten“ (09/2005) Bands wie Die Ärzte und Kettcar als Referenzen. Angekommen bei Album Nummer drei, „Zuhause“, legen die Herren noch eins drauf und führen Madsen als weiteren Link heran. Mutig, mutig – aber nach wie vor sind genannte Gruppen im Vergleich mit den Indie-Rockern vom Bodensee eine oder sogar zwei Hausnummern zu groß.

Etwaige Punkrockwurzeln merkt man den neuen Stücken nur noch selten an. Denn so richtig frei von der Leber weg rocken Die Kleinen Götter nicht, vergleicht man – wie gewünscht – das neue Madsen-Album mit „Zuhause“. Allein der Opener „Auf Drei“ sowie „Jetzt erst recht“ sind mitreißende Rocksongs, die sich mit hymnischen Refrains sofort ins Hirn bohren und gute Laune verbreiten. Der Rest klingt nett, aber auch irgendwie konstruiert, etwa wie eine Light-Version der frühen Tocotronic („Manifest“), inkl. parolenhafter Texte, denen die emotionale Tiefe von Kettcar-Songs weitgehend fehlt und auch mit dem Wortwitz von „Die Ärzte“ nicht mehr viel gemein hat. Dieser war auf dem vorherigen Album noch wesentlich deutlicher ausgeprägt.

Das klingt jetzt natürlich wesentlich härter, als es Die Kleinen Götter verdient haben. Aber wer die Vergleich auf dem Silbertablett liefert, muss damit rechnen, dass diese auch zur Anwendung kommen. Tatsächlich ist „Zuhause“ ein ordentliches und solides Rockalbum geworden, dass es mit der ersten Rockliga noch nicht aufnehmen kann, aber durchaus ein paar starke Momente zu bieten hat.

Anspieltipps:

  • Auf Drei
  • Mittendrin
  • So einfach
  • Jetzt erst recht
  • Sonntagskind
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