Heidi Happy - Back Together - Cover
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Heidi Happy Back Together


  • Label: Little Jig/ALIVE
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Schweizerin Priska Zemp ist samt Band Heidi Happy, wo sie für die Kompositionen, den Gesang, die Gitarre und weitere Instrumente verantwortlich ist. Ihre Mitstreiter beackern neben den üblichen Verdächtigen auch Kontrabass, Posaune, Flügelhorn, Violine und Cello. Was in der Instrumentierung speziell anmutet, ist es als Gesamtausdruck allerdings nur bedingt. Auf jeden Fall frisch und unbekümmert reiht sich Country an Anti-Folk und Darling-Pop, um schließlich in den Texten tragisch über das Leben zu sinnieren. Nun kommt das erste richtige Lebenszeichen von Heidi Happy in Form des Debüt-Albums „Back Together“, wobei Priska Zemp zur Finanzierung der Aufnahmen die Auszeichnung der Kulturkommission des Kantons sowie der Stadt Luzern, die Ende 2006 stattfand, nutzte.

In einem Studio in der Nähe von Amsterdam aufgenommen, ist „Back Together“ ein natürlich herzliches Werk geworden, das von der charmanten Stimme der jungen Dame lebt und nicht nur im Titeltrack durch abwechslungsreiche Instrumentierungen die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Schon die Posaune und das Glockenspiel in „Just Let It Be“ verbinden die teilweise zerbrechlichen Arrangements so wunderbar, dass sich das fragile Gerüst des Anti-Folk genau so wie die vollmundig ausgenutzten Folk Pop-Zutaten einen angenehmen Platz im Ohr erarbeiten. Beim deutschsprachigen „Du Da, Ich Da“ neigt der Text zu Flirts mit dem lustlosen Gegenüber und bietet auch musikalisch einiges Aufweckendes, wenn Glockenspiel und Kontrabass zum Blues einladen. Fast kammermusikalisch geht es da zu Werke, auch wenn zum Beispiel in „Ignore Me“ opulent die Streicher regieren und man bittersüß von der heiser-romantischen Stimme eingelullt wird.

Das einzige, was an diesem tollen Debüt stört, sind die kurzen Songs, welche eher Skizzen sind und sich somit kaum Zeit geben, um eine Entwicklung für den Hörer zu ermöglichen. So etwas verkürzt die Haltbarkeit der an sich höchst unbeschwerten und mit Genres spielenden Einwürfe aus kreativem Schweizer Hause. Beim Country-Aufreißer „Hold Your Horses“ bleibt dann allerdings kein Tanz-Bein unbewegt und das Lächeln gesellt sich wieder ins Gesicht, da es einfach erfreut, Country der alten Schule auf diesem nach musikalischer Abwechslung lechzenden Longplayer wiederzufinden. Und so gibt es lediglich an der skizzenhaften Länge der Stücke etwas auszusetzen und ansonsten nur Dankbarkeit für so intelligent untergebrachte Instrumente und durchdachte Songwriting-Glücksmomente.

Anspieltipps:

  • Du Da, Ich Da
  • Ignore Me
  • Hold Your Horses
  • Bye-Bye

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