Styrofoam - A Thousand Words - Cover
Große Ansicht

Styrofoam A Thousand Words


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Arne van Petegem ist der Kopf von Styrofoam aus dem belgischen Antwerpen und legt mit „A Thousand Words“ nun das erste Album für Nettwerk vor. Insgesamt ist es jedoch schon das sechste Werk, wobei Styrofoam bereits beim Berliner Label Morr Music unter Vertrag waren und aus deren Umfeld auch die Kooperationen mit The Notwist und Lali Puna zustande kamen. Es gab Remixe für Jimmy Eat World, The Postal Service und Death Cab For Cutie, die den Bekanntheitsgrad des belgischen Projektes stark anhoben. Erstmals nahm sich Arne van Petegem für „A Thousand Words“ ein Produzententeam zur Hilfe und verabschiedete sich von der bis dahin vorherrschenden Eigenproduktion. Mit Wax Ltd. (Wally Gagel und Xandy Berry), die bei ihren bisherigen Produktionen so unterschiedliche Künstler wie die Backstreet Boys und The Eels betreuten, ist Styrofoam ein eingängiges Electro-Pop-Album gelungen, welches sich nicht nur durch Gastsänger wie Jim Adkins (Jimmy Eat World) und Blake Hazard (The Submarines) auch dem Indie-Pop/Rock verpflichtet fühlt.

Dass allerdings auch Arne singen kann und das nicht selten kundtut, zeigt bereits der Opener „After Sunset“, ein sommerlich beschwingter Auftakt, dem neben leichtfüßigen Beats und organischen Drums auch Akustikgitarren innewohnen. Etwas kantiger kommt dagegen „A Thousand Words“ mit Breakbeats daher, was sich allerdings im gradlinigen, mit Sing-a-longs versehenden Refrain wieder relativiert und wird vom tollen „My Next Mistake“ gefolgt. Dort gibt sich Jim Adkins die Ehre und überzeugt einmal mehr mit seiner unverkennbar innigen Stimme, die von rockigen Instrumental-Parts, Glockenspiel und unterschwelligen Synthesizer-Beigaben eingerahmt wird. Genau diese schon vielfältig ausgelebte Mixtur macht „A Thousand Words“ aus und tut das auf eine hochklassige Art und Weise, was bei diversen Vertretern der Indie-Rock/Electro-Verbindung in letzter Zeit nicht mehr wirklich gegeben war.

Da macht sich die langjährige Erfahrung bemerkbar, die auf dem neuen Longplayer mit angebrachter Vorsicht, aber stets hit-verdächtig mitreißend einfließt. So ist „A Thousand Words“ ein echtes Sommer-Album, das jedoch auch danach nicht im CD-Schrank einstauben wird. Denn die Arrangements sind nicht nur von der Instrumentierung vielseitig, sondern reichen auch von melancholischen bis höchst positiv antreibenden Songs, die auch mal einige schwächere Stücke ausgleichen können. Obwohl Josh Rouse „Lil White Boy“ mit seiner Stimme verziert, gehört es zu den weniger markanten Tracks und kann gewisse Längen nicht verhehlen. Überhaupt schafft es die zweite Hälfte des Albums nicht, das hohe Niveau vom Anfang aufrecht zu halten, aber beim elektronisch spielerischen „Final Offer“ (inkl. Vocoder-Gesang) hängt dann auch dieser Haussegen wieder gerade und entlässt uns in eine warme Sommernacht, von denen man sich in Verbindung mit „A Thousand Words“ einige wünscht.

Anspieltipps:

  • After Sunset
  • My Next Mistake
  • Microscope
  • Final Offer

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
7/10

The Click
  • 2017    
Diskutiere über „Styrofoam“
comments powered by Disqus