dEUS - Vantage Point - Cover
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dEUS Vantage Point


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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9.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das ging überraschend schnell: Bereits zweieinhalb Jahre nach „Pocket Revolution“ legen dEUS mit „Vantage Point“ ihr fünftes Album vor. Ein kleines Wunder, bedenkt man die sechseinhalb Jahre, die zwischen Erstgenanntem und „The Ideal Crash“ von 1999 liegen. Und ein Geschenk, denn die neue Platte ist abermals ein Meisterwerk geworden.

Sicherlich, die alten, krachigen, unberechenbaren dEUS sind Geschichte. „Vantage Point“ atmet den Pop, mehr noch als es schon die beiden Vorgänger taten. Das wird altgedienten Fans vielleicht nicht gefallen, aber die Genialität, mit der Tom Barman und seine jeweiligen Mitstreiter seit jeher zu Werke gehen, ist nach wie vor in vollem Maße in jedem Ton präsent. Nur eben in andere Kanäle geleitet. „The Architect“ ist dafür das Paradebeispiel: Eingängig und für den Dancefloor prädestiniert, bringt der Song dennoch eigentlich komplett Single-untaugliche Melodieführungen und Samples mit seinem Popappeal unter einen Hut. Der Autor zieht den selbigen. Zu den weiteren absoluten Highlights gehört „Slow“. Unglaublich gut, wie der Refrain mit seinen Synthies und dem tiefen Chor die vorher aufgebaute Stimmung bricht, ohne dabei aufgesetzt oder gar zusammengeflickt zu klingen. Obwohl es eigentlich müßig ist, bei einem dEUS-Album Highlights aufzuzählen. Die Band spielt auf „Vantage Point“ nahezu perfekten Pop. Punkt.

Den einzigen Vorwurf, den sich „Vantage Point“ unter Umständen gefallen lassen muss, ist das fehlende Gefühl eines Gesamtwerks. Waren die alten Alben, selbst „In A Bar, Under The Sea“, auch noch so überbordend in ihrem Ideenüberfluss, stellten sie doch immer eine Art Einheit in sich dar. Aus dieser Stärke heraus konnten auch die für sich gesehen vergleichsweise schwächeren Tracks über die volle Albumdistanz betrachtet perfekt im großen Ganzen harmonieren. Auf „Vantage Point“ hingegen stehen die Songs größtenteils für sich alleine. Daher ist man im Endeffekt geneigt, das neue Album als (lediglich!) im Vergleich zu den Vorgängern schwächer zu klassifizieren. Aber wie wir alle wissen, brauchte ein dEUS-Album immer Monate, um seine volle Blüte zu entfalten. Wo also das neue Album im Hinblick auf das beeindruckende Gesamtwerk dieser Band steht, muss wohl einfach die Zeit zeigen.

Anspieltipps:

  • Eternal Woman
  • Favourite Game
  • Slow
  • The Architect

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