Curse - Freiheit - Cover
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Curse Freiheit


  • Label: Subword/SonyBMG
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Curse und Co. sind um größtmögliche Abwechslung bemüht, ohne einen wirren Stilmischmasch anzurühren.

Er ist vielleicht der musikalischste Rapper unter den deutschen HipHoppern, er hat dem Ghetto-, Straßen- und Gangsta-Quatsch Adieu gesagt und er liefert unter dem Stichwort „inhaltliche Relevanz“ die wohl tiefgründigsten Texte der Szene ab: Curse.

Wenige Wochen nach seinem 30. Geburtstag bringt der als Michael Kurth geborene Rapper sein sechstes Album auf den Markt und überrascht darauf schon mit der ersten Single, dem Titelsong „Freiheit“. Darin traut sich Curse tatsächlich ein Sample der total ausgelutschten Live-Version des Westernhagen-Songs „Freiheit“ zu benutzen. Ganz im Ernst: Herr Kurth hatte schon bessere Ideen. Und dass der 30-Jährige in „Stell dir vor“ mit Xavier Naidoo einen Duettpartner präsentiert, der auf unzählbaren Hochzeiten tanzt, ist auch nicht der Weißheit letzter Schluss. Nun ja, dafür hat der Track wenigstens einen sehr prägnanten Beat. Außerdem sind die Kritikpunkte damit im Prinzip bereits abgehakt. Denn „Freiheit“ ist ein typisches Curse-Album – zwar nicht mehr so düster wie seine Vorgänger, dennoch mit der bekannten lyrischen Tiefe ausgestattet.

Zusammen mit Produzenten wie Monroe, Farhot und Miki sowie den Gästen Chima, Jenny Willemstijn, Clueso, Patrice, Nneka, Jaguar Wright und Silbermond (!), ist dem gebürtigen Mindener ein entspanntes Werk geglückt, auf dem er ganz allein das Rap-Zepter schwingt, da die sich Feature-Parts als soulige Gesangsparts herausstellen. Mit dieser „Taktik“ hat Curse natürlich die Charts im Auge. Anders ist auch das Mitwirken der Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß nicht zu erklären. Da Curse allerdings im Gegensatz zu anderen Rappern nicht ein Album pro Halbjahr auf den Markt wirft, ist diese kommerzielle Ausrichtung kein Anlass zu Kritik, sofern die Qualität stimmt. Und damit gibt es auf „Freiheit“ nun wirklich kein Problem.

Curse und Co. sind um größtmögliche Abwechslung bemüht, ohne einen wirren Stilmischmasch anzurühren. Das gelingt fast durchgängig, auch wenn es mal einen etwas schwächeren Song zu bemängeln gibt („Feier dich selbst“). Unterm Strich zählt „Freiheit“ dennoch schon jetzt zu den besten deutschen HipHop/Rap-Alben des Jahres.

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