Axl Makana - Ich Ist Ein Anderer - Cover
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Axl Makana Ich Ist Ein Anderer


  • Label: Stock & Stein/Groove Attack
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Axl Steinhagen, ehemaliger Frontmann von „Mutabor“, wird sicherlich noch Vielen ein Begriff sein. Bis zur Auflösung im Jahr 2006 war der aus Wismar stammende Musiker rund 15 Jahre lang Sänger und Songwriter der Berliner Ethnopunkband. Nach längeren Songwritingphasen, die immer wieder durch Konzerte und Reisen nach Äthiopien unterbrochen wurden, erscheint nun sein erstes Soloalbum.

Axl war es sehr wichtig den Begriff „Makana“ (äthiopisches Wort für geistige Hoch- und Glücksgefühle), welcher sein künstlerisches Schaffen schon seit über zehn Jahren inspiriert, im Namen mit zu verankern. Denn „darum geht es mir in der Musik – Menschen zu verbinden und ein ekstatisches Hochgefühl zu zelebrieren“, wie der Musiker selbst berichtet. Seine Reiseerlebnisse in das afrikanische Land beschreibt er aufgrund der dort vorherrschenden Armut als „schockierend“, gleichzeitig aber auch als „faszinierend“ aufgrund der Lebensfreude der Einwohner. Axl erkannte daraus, dass sich „das Leben nicht nur am Reichtum misst, sondern an der Fähigkeit, Freude zu erleben und zu empfinden.“ Diese Erkenntnis stellt den Mittelpunkt seines ersten Werkes dar und sorgt dafür, dass egal welche Themenbereiche Steinhagen anspricht, meist die Lösung lautet: Spaß im Leben haben, tanzen, lachen und genießen!

Musikalisch bietet das Album eine Mischung aus Reggae, Ska, Dub und Rock. Darüber hinaus entdeckt man nicht nur Mutabor-typische Klänge, die sicherlich dem Mitwirken einiger ehemaliger Bandmitglieder geschuldet sind, sondern findet Textpassagen und sogar zwei komplette Lieder der Band auf der CD. Live den einen oder anderen Mutabor-Klassiker zu spielen ist ja durchaus legitim, doch mussten unbedingt Titel wie „On the run“ oder „Was ist Liebe“ in einer zwar etwas umarrangierten aber definitiv noch erkennbaren Form ihren Weg auf das Soloalbum finden? Ein eigentlich unnötiges Unterfangen, zudem die CD auch ohne diese „Coversongs“ genügend gutes Material bietet.

Der starke Opener „Welcome to Makana“ enthält einige Zeilen des Mutabor-Songs „Makana“, was aber nicht stört. Ein chilliger Reggaebeat durchdringt mit einem gehörigen Bass das Ohr und bringt fortan die Tanzmuskeln in Schwung. Der Titeltrack „Ich ist ein Anderer“ verbindet Reggae mit Dub ala „Seeed“ und groovt dabei nicht weniger als Selbige, super Axl! In „Zum Glück gibt’s Schokolade“, einer ruhigen Reggaenummer, wird ebenjene als Ersatzdroge entlarvt. Auch Ska-Rhythmen, wie beispielsweise in dem sozialkritischen „Oh wo“ finden Verwendung. Einige der Titel schleppen sich allerdings etwas dahin, man vermisst, wie beim faden „Mach was du denkst“ den Speed und Groove, der bei Mutabor vorherrschte. Auch leistet sich Steinhagen einige dürftige Reimversuche: „Alleine“ auf „Alleine“ zu reimen (in „Das es möglich ist“) zeugt nicht gerade von großem Einfallsreichtum und würde vermutlich sogar Sido besser hinbekommen.

Glücklicherweise sind solche Fehler eher die Ausnahme! Auch ist eine Steigerung der Songqualitäten im Verlauf der CD spürbar. Ruhigere Song wie „Abschied“ oder „Was ist los“, die an langsamere „Wir sind Helden“-Nummern erinnern, bieten ebenfalls ihre Reize wie schnellere Stücke, beispielsweise das grandiose „Schicksal“, dass ruhig beginnt, im weiteren Verlauf aber an Fahrt gewinnt und zu Ska-artigen Rhythmen übergeht.

Axl‘s Erstling bietet über die gewohnten „Mutabor“-Klänge hinaus sehr gut arrangierte Ska- und Reggaerhythmen und setzt textlich in etwa da an, wo er mit seiner alten Band aufgehört hatte. Dabei macht er, von den angesprochenen Problemen mal abgesehen, eine sehr gute Figur und sollte damit auch weiterhin auf der Erfolgsspur bleiben. „Ich ist ein Anderer“ ist ein absoluter Tipp für Freunde der Musikrichtung!

Anspieltipps:

  • Schicksal
  • Oh wo
  • Vielleichter
  • Abschied

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