Die Happy - Six - Cover
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Die Happy Six


  • Label: Gun Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem letzten Studioalbum „No Nuts No Glory“ (10/2006) läuteten Die Happy eine Kurskorrektur ein. Die Band arbeitete spontan und schnell, ließ technischen Firlefanz weitgehend weg und nahm die Tracks live im Studio auf. Dass bei dieser Arbeitsweise der eine oder andere Albumfüller mehr als sonst üblich durchrutscht, erscheint fast normal. Doch für Die Happy war die Art und Weise wie „No Nuts No Glory“ entstand überlebenswichtig. Es wäre ja auch schlimm, wenn Künstler zu Fließbandarbeitern verkämen und immer wieder Alben nach Schema F abliefern würden.

Mit dem sechsten Studioalbum, das sinnigerweise „Six“ betitelt ist, brechen Die Happy erneut aus allen gefährlichen Routineabläufen aus. Für das Songschreiben begab sich das Quartett nach Tschechien aufs Land, in die Heimat von Sängerin Marta Jandová. In dieser Abgeschiedenheit konnte sich die Band viel Zeit lassen, um die Songs bis ins kleinste Detail auszuarbeiten. Aufgenommen wurde später in der Hauptstadt Prag mit Produzent Udo Rinklin (Exilia, Allee der Kosmonauten). Dabei entstanden ist ein sehr solides Album zwischen Pop- und Rockmusik, das sowohl die typischen Stärken als auch die üblichen Schwächen im Hause Die Happy enthält. Doch der Reihe nach.

Dass Marta Jandová (34) zu den Ausnahmesängerinnen der deutschen Rockmusikszene gehört, muss nicht mehr gesondert erwähnt werden. Auch auf „Six“ ist ihre Leistung ohne Fehl und Tadel. Nur ihre Texte sind bisweilen zu sehr nach dem Baukastenprinzip aufgebaut. Musikalisch entfernt sich „Six“ immer deutlicher von den „Supersonic Speed“-Anfangstagen aus dem Jahr 2000, als die Band noch dem damals populären Crossover-Sektor zugeordnet wurde. Richtig harte Rock-Gitarren gibt es jedenfalls nur noch in „Peaches“, „Hysteria“ und „Genuine venus“ zu hören.

Dafür sind die Melodien diesmal besonders ausgefeilt und auf Radiotauglichkeit ausgelegt. Dadurch bietet das Album neben der ersten Singleauskopplung „Peaches“ mit „Around the world“ (rockig, treibend), „Still love you“ (balladesk) und „Don’t you“ (hymnisch, balladesk) mindestens drei weitere Songs mit Single-Potenzial auf. Etwas beliebiger geht es dagegen in Stücken wie „Sweet Sensation“ oder „You'll Never Know“ zu. Das reicht dann, wie gesagt, zu einem soliden Werk, mit dem sich die Karriere dieser immer noch sehr jungen Band weiterführen lässt. Etwas, was viele Mitstreiter nicht geschafft haben, die damals mit Die Happy anfingen.

Anspieltipps:

  • Peaches
  • Don’t you
  • Genuine venus
  • Around the world
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