The Duke Spirit - Neptune - Cover
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The Duke Spirit Neptune


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor zwei Jahren veröffentlichten The Duke Spirit, die aus Liela Moss (Gesang), Luke Ford (Gitarre), Dan Higgins (Gitarre), Toby Butler (Bass) und Olly Betts (Schlagzeug) bestehen, das Debüt „Cuts Across The Land“. Ein Rock´n´Roll-Album, das den Briten Touren mit Mercury Rev und Kasabian einbrachte und sie sich aufmachten, mit einem Van und nahezu ohne Geld die USA zu erobern. Die umfassende Live-Erfahrung ließ man in die Arbeiten zum Nachfolger „Neptune“ einfließen und so entstand ein geschmackssicheres Album, von Chris Goss (Soulwax, Queens Of The Stone Age) produziert und von einigen Gastmusikern an Saxophon, Trompete, Piano sowie Gesang (u. a. Chris Goss höchstpersönlich) verfeinert. Überhaupt kann man hier nicht „nur“ von einem Rock-Album sprechen, obwohl es die Sprache noch am deutlichsten spricht, aber so viel mehr an Melancholie und energischem Pop-Appeal in sich vereint.

Nach dem beschwörenden Intro „I Do Believe“ rockt die Orgel bei „Send A Little Love Token“, als gäbe es kein morgen und passend dazu braten die Gitarren, ohne hymnische Melodien zu vergessen und geben der rauchigen, heiseren Stimme von Liela Moss einen Rahmen vor, der gehörig ins Ohr und in die Beine geht. Doch es geht auch abgehangen und weniger drängelnd, was man beim rauen Folk-Entwurf „Dog Roses“ bestens hören kann. Weite Prärien ergeben sich da ganz unweigerlich vor dem inneren Auge, wenn das Klavier scheinbar so sorglos klimpert und Glocken unheilvoll den Abend untermalen.

Als Gegenstück ist „Into The Fold” ein Rock´n´Roll-Smasher vor dem Herrn und wankt in Punk-Regionen, wo die Drums jede Menge Macht entwickeln und herrlich wuchtige Gitarren-Riffs zur Repeat-Taste greifen lassen. Nicht nur die instrumentale Seite weiß zwischen krachigem Rock und vielseitig um Bläser, Piano, sowie weiteren schmackhaften Zutaten ergänzten Folk/Pop zu begeistern, auch die Stimme ist großartig und zielt nicht nur auf Rock-Göre ab, sondern erlaubt es sich, gelegentlich schmachtend und sanft auch die feinfühligen Herzen zu erreichen. Als Beispiel sei da die Melancholie-Großtat „Wooden Heart “ genannt, welche spätestens bei der wiederkehrenden Zeile „I would understand your heart, if I could feel it“ für anhaltende Gänsehaut sorgen dürfte. Das ist bei The Duke Spirit selbstverständlich, denn neben schweißtreibendem Rock regiert bei diesen Briten auch das Herz, was den überaus gelungenen Zweitling „Neptune“ zu Folge hat.

Anspieltipps:

  • Send A Little Love Token
  • Into The Fold
  • Wooden Heart
  • My Sunken Treasure

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