Mystery Jets - Twenty One - Cover
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Mystery Jets Twenty One


  • Label: Rough Trade
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Was diese Platte ausmacht, ist auf der einen Seite ihre Eindringlichkeit und Transparenz und auf der anderen Seite doch ihre Undurchschaubarkeit.

Mit „Twenty One“ sind die Mystery Jets im Hier und Jetzt und damit im 21. Jahrhundert angekommen. So oder so ähnlich könnte man den Titel ihres neuen Albums interpretieren, sofern die Betitelung ihrer Veröffentlichungen als konsequent, geradlinig und eben auch als symbolisch verstanden werden darf. Die Band kommt gewissermaßen aus London, strenggenommen von Eel Pie Island, einer kleinen Insel in der Themse, aber von musikhistorisch nicht allzu kleiner Bedeutung. Von dort aus veröffentlicht man folgerichtig die EP „Eel Pie Island“, um sich später mit ihrem Debütalbum „Making Dens“ (dt. = Höhlenbauen) in die Welt der Popmusik zu graben. Und dort angekommen, hatte man es mit einem leicht psychedelischem Art-Prog-Rock-Album neben den anderen großen Newcomern im Jahr 2006 nicht allzu leicht und blieb – was den Bekanntheitsgrad angeht – hinter diesen zurück.

Vermutlich ist es nicht ihre direkte Absicht gewesen, doch könnten die Mystery Jets mit diesem Album eine breitere Masse ansprechen. Denn mit seiner typischen Indie-Rock-Charaktere dürfte„Twenty One“ wohl eher den Zeitgeist treffen als sein Vorgänger. Die Band hat die psychedelischen und progressiven Einflüsse ebenso wie die etwas unkonventionellen Instrumente von „Making Dens“ beiseite gelegt, um sich ganz der Popmusik zu widmen. So durfte bereits die Vorabsingle mit Gastsängerin Laura Marling in die Nähe von Peter Bjorn And Johns „Young Folks“ gerückt werden.

Weiterhin sind auf diesem Album Songs zu finden, die größtenteils an und auch über die Grenze hinweg zur Radiotauglichkeit liegen. Dennoch, und das ist bemerkenswert, klingen auch diese Songs nie billig oder gar undurchdacht. Das Gegenteil ist der Fall: selbst bei „Two Doors Down“, das einen unvermeidlich und immer wieder an „Waiting For A Star To Fall“ von Boy Meets Girl erinnern wird, klingt die Musik nie flach, sondern klug und schnittig. Was diese Platte ausmacht, ist auf der einen Seite ihre Eindringlichkeit und Transparenz und auf der anderen Seite doch ihre Undurchschaubarkeit. Das mag gegensätzlich klingen, doch die Londoner ersuchen auf „Twenty One“ eine gesunde Mischung aus beiden Aspekten.

Anspieltipps:

  • Young Love
  • Flakes
  • Hand Me Down
  • Behind the Bunhouse

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