Beady Belle - Belvedere - Cover
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Beady Belle Belvedere


  • Label: Emarcy/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die „perlige Schöne“ geht in die vierte Runde. Nachdem die Vorgänger „Home“ (2001), „Cewbeagappic“ (2003) und „Closer“ (2005) allerdings noch einer recht elektronischen Natur mit D&B-Loops und Trip Hop-Samples anheim gefallen sind, ist diese auf „Belvedere“ nun abgelegt. Lediglich mit der bezaubernden Stimme von Beate Lech und gemütlicher Lounge-Atmosphäre breiten Beady Belle ihre luftigen Jazz-Teppiche aus und verzücken mit fingerschnippender Eleganz, sowie zurückhaltenden Arrangements, die sich wie die Luft zum Atmen im Wohnzimmer ausbreiten.

In diesem Sinne beginnt „Belvedere“ mit „Apron strings“ und „A touch of paradise“ noch sehr gesetzt und unaufgeregt, während „Tower of lament“ durch seinen simplen, aber durchaus effektiven Lalalala-Refrain mehr auf Dynamik setzt und in das erste Duett mit India Arie namens „Self-fulfilling“ mündet, das den Soul der amerikanischen Sängerin mit offenen Armen empfängt. „Tranquil flight“ bedient sich anschließend einer verträumten Klangkulisse und ehe der Hörer selig und zufrieden (im positiven Sinne) einschlummert, kommt mit „Intermission music“ auch schon der zweite Stargast um die Ecke.

Ganz im Gegensatz zur bezaubernden Performance von India Arie kann der in den höchsten Tönen gelobte, britische Crooner Jamie Cullum nur bedingt überzeugen, legt er schließlich eine ziemlich verhaltene Darbietung seines Könnens dar und wirkt in seinen Solopassagen eher gelangweilt denn motiviert mit Beady Belle zusammenzuarbeiten, obwohl er sich nach eigenen Angaben regelrecht darum gerissen hat. Als bislang flottestes und geradezu popiges Stück gebärdet sich „Viscous ocean“, das in den gut gelaunten, nachfolgenden Song „Boiling milk“ abgelöst wird, obwohl dieser durch die onomatopoetische Aussprache des Titels im Refrain relativ schnell zu einem Skip-Kandidaten wird.

Das abschließende, wiederum äußerst ruhige und von der Stimme Lechs getragene „Two-faced“ setzt einen dann nach gerade einmal 39 Minuten etwas überrascht beim Ausgang ab, hat die beruhigende Wirkung Beady Belles auf sämtliche Synapsen im Körper doch erst jetzt eingesetzt. Zum Glück lässt sich „Belvedere“ beliebig oft abspielen - Was für eine Wohltat!

Anspieltipps:

  • Viscous Ocean
  • Tranquil Flight
  • Tower Of Lament

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