3 Doors Down - 3 Doors Down - Cover
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3 Doors Down 3 Doors Down


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Hat man schon einige Alben der Amis im Schrank stehen, kann das Geld für „3 Doors Down“ bedenkenlos für andere Dinge verwendet werden.

Es war mal wichtig, sich eine Auszeit zu nehmen. Notwendig, das Leben als Rockstars hinter sich zu lassen und mal ein Jahr für sich selbst da zu sein. Diese Erfahrung mussten jetzt die Ami-Rocker von 3 Doors Down nach über fünf Jahren im turbulenten Karussell des Musikgeschäfts machen und ließen ihre Fans daher ungewöhnlich lange auf neues Material warten. Angesichts des abnehmenden Interesses am kraftstrotzenden, aber doch irgendwie immer gleichen, schnörkellosen Rock des Fünfers, rund um den charismatischen Sänger Brad Arnold, war dies auch eine richtige Entscheidung, heimste „Seventeen days“ (02/2005) schließlich im Vergleich zum Majordebüt „The better life“ (09/2000, 6-fach Platin) und dem Nachfolger „Away from the sun“ (11/2002, 4-fach Platin) lediglich „nur“ einmal Platin in den Vereinigten Staaten ein und versetzte der erfolgsverwöhnten Band einen herben Dämpfer.

Diese schmerzliche Erfahrung hält sie jedoch nicht davon ab, ihren neuesten Output, der nach dieser längeren Auszeit gleich als selbstbetitelter Wendepunkt im Schaffen der Truppe fungiert, als die Offenbarung schlechthin über den grünen Klee zu loben. „Das Album ist wie eine Bestandsaufnahme von uns als Musiker. Das Schreiben, die Aufnahmen, das Niveau der Zusammenarbeit war eine wahrhaftige Leistung der gesamten Band. Diese CD ist der lebende Beweis dafür, wie gut diese Band sein kann” erklärt Arnold. Wieso dann im Großen und Ganzen alles beim Alten geblieben ist, steht wohl auf einem anderen Blatt, denn sowohl der an Puddle Of Mudd erinnernde Opener „Train“, als auch die restlichen Songideen auf Majoralbum Nummer 4 sind keinesfalls makellos-perfekte Hit-Granaten, die die geschrumpfte Fangemeinde zufrieden stellen wird.

Grob genommen besteht „3 Doors Down“ nämlich aus ganzen zwei Songs: Den aufbegehrenden, testosterongesteuerten Alternative-Grunge-Rockern mit Pop-Appeal ohne Ecken und Kanten und der zwischen mal laut mal leise pendelnden Halbballade. Und dass sich viele Tracks jetzt mehr nach Staind oder Puddle Of Mudd anhören als nach Nickelback liegt wohl auch an Neuzugang Greg Upchurch, der von den Cobain-Jüngern rund um Wes Scantlin gewechselt und so für den zu (Achtung!) Nickelback abgegangenen Daniel Adair eingesprungen ist. Wäre ja alles egal, wenn zumindest der Spaß an der Sache und ausgefeiltes Songwriting an der Tagesordnung stünden. Leider können 3 Doors Down nicht damit dienen und lassen an zu vielen Ecken und Enden neben schwülstigem Text immer wieder kitschige Passagen die Oberhand gewinnen, die zwar perfekt für die Abteilung Formatradio sind, aber mit anspruchsvoller, nicht vorhersehbarer Rockmusik nichts gemeinsam haben.

Bestes Beispiel dafür ist „Pages“. Hier war wohl die Idee dahinter eine ganz große, gefühlvolle Ballade zu erschaffen, die ihre Magie aus der kräftigen Stimme Arnolds und einer lauten Gitarrensektion bezieht. Bevor der Song jedoch bei der Hälfte angelangt ist, kann man sich schon vorstellen, welche songtechnischen Wendungen auf einen zukommen werden, wodurch der Track bereits zum Weiterschalten verdammt ist, da er nicht mehr zustande bringt als kalten Kaffee auf Zimmertemperatur aufzuwärmen. Lediglich „When it´s over“ besticht durch einen tollen Aufbau, klingt halbwegs unverbraucht und kann mit einer klasse Bridge und einem guten Refrain aufwarten, der selbst nach mehreren Malen nicht auf die Nerven fällt. Hat man also schon einige Alben der Amis im Schrank stehen, kann das Geld für „3 Doors Down“ bedenkenlos für andere Dinge verwendet werden.

Anspieltipps:

  • When It´s Over
  • Give It To Me

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