Lil Wayne - Tha Carter III - Cover
Große Ansicht

Lil Wayne Tha Carter III


  • Label: Cash Money/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 96 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Album hat echte Höhen und ebenso klare Ausfälle.

Lil Carter, bürgerlich Dwayne Carter, gehört zu den ganz großen Rappern in den USA. Da ist es auch kein Wunder, dass er es auf seinem sechsten Studioalbum eine äußerst prominent besetzte Gästeliste vorweisen kann: Jay-Z, Kanye West, Busta Rhymes, Babyface, Robin Thicke, T-Pain und Bobby Valentino sahen sich in der Pflicht, Mister Carter musikalisch zu unterstützen und das war auch gut so. Denn seine Rapstimme klingt dermaßen kratzig und gewöhnungsbedürftig, das erscheint auf Albumlänge schwer ertragbar. Nach einer Eingewöhnungszeit verkraftet man es dann doch, aber die Gäste helfen schon sehr dabei.

Der Longplayer besitzt echte Höhen und ebenso klare Ausfälle, so dass eine eindeutige Bewertung erschwert wird. Die Kollaboration mit Busta Rhymes, „La La“, klingt dermaßen melodielos und zusammengeschustert, was haben sich die Herren dabei gedacht? Ebenfalls in die Kategorie „unterdurchschnittlich“ gehören die stark eintönigen „ Let the Beat Build“, „Talkin About It“ oder „Milli“, die einfach nur nerven statt zu unterhalten. Das erste Highlight stellt eindeutig „Comfortable feat. Babyface“ dar, welches die so sanfte Stimme von Babyface dermaßen veredelt und schon schaut dabei eine echte R&B-Perle heraus. Auch Robin Thicke, bei „Tie my hands“ steuert diese Musikrichtung an, wobei seine helle Stimmfarbe ganz gut zu Lil Waynes Rapeinlagen passt. Man kann Mister Carter absolut nicht absprechen, dass er keine Abwechslung bietet, denn auch „ Playing with Fire feat. Betty Wright“ überrascht mit E-Gitarren, guter Komposition und einer sehr hörenswerten Gastsängerin Betty Wright. Die Zusammenarbeit mit Namensvetter Jay-Z, alias Shawn Carter, vermag vor allem durch Jay-Z muntere Rap-Performance zu überzeugen.

Völlig unklar bleibt aber warum „Lollipop“ als erste Single ausgekoppelt wurde, denn die schon von Hause aus eher nervige Stimme von Lil Wayne wird auch noch durch den Verzerrer gejagt und dieser Track ist durchaus geeignet, in der Geisterbahn für Stimmung zu sorgen, was nicht positiv gemeint ist. Die Texte stellen eindeutig noch ein Ärgernis dar, selten tönte derart Kraftausdruckgetränktes, Sexistisches und Selbstbeweihräucherndes aus den Boxen wie bei anscheinend so bösen Buben Lil Carter und von jeglicher Übersetzung wird dringendst abgeraten.

Die starken Qualitätsschwankungen der sechzehn Tracks kann man sich nicht so einfach erklären und trotzdem gehört Mister Carter zu den Künstlern, die in ihrem Genre Überdurchschnittliches leisten. Mit der Hilfe von eingestreuten Pianoklängen oder Gitarrenmusik, die er seinen Beats beimischt und der damit verbundenen musikalischen Durchquerung einiger Genres bewahrt er eine gewisse Originalität, die man ihm nicht absprechen kann.

Anspieltipps:

  • Comfortable
  • Tie My Hands
  • Playing with Fire

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
5.5/10

Einzimmervilla
  • 2017    
Diskutiere über „Lil Wayne“
comments powered by Disqus