Orphan Hate - Blinded By Illusions - Cover
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Orphan Hate Blinded By Illusions


  • Label: Plainsong/ALIVE
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Death Metal mit einer Sängerin? Spätestens seit Arch Enemy wissen wir, dass diese Konstellation ohne Probleme funktionieren kann und in keiner Weise den männlichen Kollegen nachstehen muss. Orphan Hate schlagen mit ihrem Debüt genau in diese Kerbe.

Zusammengefunden haben sich die fünf Berliner um die 22jährige Frontfrau und Texterin Sina Niklas im Jahr 2004. Nach mehreren Demos und vielen Konzerten begab sich die Band letztes Jahr ins Studio, um schlussendlich das Debütalbum „Blinded by illusions“ aufnehmen zu können. Stilmäßig klingt der Erstling bereits ziemlich ausgereift. Mit dem größten Augenmerk auf Death-Metal-Strukturen gelegt, schielt die Band mal zum Thrash , mal zum Heavy - und mal zum Black Metal, alles jedoch ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Nach einem wie von einer Schallplatte erklingenden „Knister-Intro“ setzt der erste Shout ein. Das soll wirklich eine Frau sein? Gibt’s nicht! Oder? Man mag es kaum glauben, aber sowohl die klar gesungenen Passagen als auch die Shout-Vocals im Opener „Walk straight“ stammen alle von Niklas. Es fällt sofort auf, wie tief die Gitarren gestimmt wurden, vermutlich damit die gute Frau Sängerin noch etwas tiefer grölen kann. Nicht wirklich gefallen will hier allerdings das schwache Gitarrensolo, das man besser hätte weglassen sollen.

„24 / 7 liar“ weist einen wesentlich größeren Anteil an hohen Shout-Vocals auf und erinnert damit stark an Marta Jandova von Die Happy. Wirklich unglaublich, wie eine 22-Jährige ein so breites Gesangsspektrum so gut beherrschen kann. Das darauffolgende, im übrigen als erste Single veröffentlichte „Circus“, kommt sehr melodisch, im Refrain fast schon poppig daher und geht einem sofort ins Ohr. „No matter what…“ drückt mit einem schönen Heavy-Metal-Riff am Anfang mörderisch aufs Tempo bevor es dann im melodischen Refrain zu einem Midtemposong mutiert, anschließend aber wieder an Fahrt zulegt. Dabei sind die Tempowechsel mit Bravour gemeistert.

Das nachfolgende „Evil A“ legt noch eine Schippe Tempo drauf, selbst der wieder einmal melodische, langsamere Refrain drückt schon ziemlich auf die Tube. Sehr positiv zu erwähnen ist auch, dass diesmal das Gitarrensolo perfekt integriert wurde und auch sonst sehr gut gefällt. Das Mainriff erinnert allerdings etwas zu stark an den Opener des letzten Amon-Amarth-Albums. Hier legt auch das, neben dem einen oder anderen nicht wirklich gelungenen Gitarrensolo, Hauptproblem der Platte. Denn die Berliner bedienen sich doch manchmal zu deutlich an Riffs anderer Bands. Allerdings integrieren sie diese dann meist so gekonnt, dass man über diese Tatsache schon fast hinwegsehen mag, noch dazu, da es sich um deren Erstling einer noch sehr jungen Band handelt. Herausragend ist außerdem die grandiose Stimme von Frontfrau Sina. Mit 22 stimmlich schon so ausgereift zu sein spricht für eine gute musikalische Zukunft der Berlinerin. Für Freunde von Melodic Death Metal ist diese Platte auf jeden Fall absolut empfehlenswert.

Anspieltipps:

  • 24 / 7 liar
  • No matter what…
  • Passion

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