Jordin Sparks - Jordin Sparks - Cover
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Jordin Sparks Jordin Sparks


  • Label: Jive/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie spannend: Ein neues, junges Gesicht am Popmusikhimmel. Doch schade, die Story dahinter ist eher langweilig. Ohne um den heißen Brei herumzureden: Die 17jährige Jordin Sparks aus Phoenix, Arizona zählt zur immer länger werdenden Liste im Fernsehen gecasteter Sängerinnen und Sänger. Es scheint fast so, als hätten die Major-Plattenfirmen gar kein anderes Rezept mehr zur Hand, um neue Künstler aufzubauen. Wobei von Aufbau kaum die Rede sein kann. Der schnelle Erfolg ist das A und O. Bleibt dieser aus, ist der Plattenvertrag futsch. So einfach ist das. Deshalb, auch wenn es zynisch klingt, mal schauen, wie lange sich die bis dato jüngste Gewinnern von „American Idol“ (Staffel 6) halten kann.

Damit zumindest der Einstand gelingt, hat das Label wie üblich alles getan, um alle Eventualitäten auszuschalten. Das fängt schon beim Songwriting und dem bzw. den Produzenten an, wo mit Namen wie Eman (Nick Lachey, Backstreet Boys, Celine Dion), Robbie Nevil (u.a. „High School Musical”-Soundtrack), Sam Watters (Anastacia, Jessica Simpson, Kelly Clarkson), The Underdogs (Chris Brown, Mary J. Blige), Amanda Ghost (James Blunt) und dem norwegischen Stargate-Team (Beyoncé, Ne-Yo, Rihanna) ganz gut in die Hit-Garantie-Kiste gegriffen wurde. Dazu gibt es ein medial ausschlachtbares Duett mit dem R&B-Nachwuchsstar Chris Brown, der auf dem gleiche Label wie Jordin Sparks beheimatet ist. Ob der 17-Jährigen diese Auswahl überhaupt gefällt? Egal! Es wird gesungen, was auf den Tisch kommt.

Da ist zum Beispiel „Tattoo“, ein nicht nur hitverdächtiger Song, sondern bereits ein Top-10-Smasher in den USA, der unverschämt nach Leona Lewis’ Chartbreaker „Bleeding love“ klingt. Oder das besagte Duett mit Herrn Brown („No air“, Top 3 in den USA), das entfernt an den aktuellen Rihanna-Style erinnert. Ganz klar, schon am Anfang werden die Claims abgesteckt und angezeigt, wohin die Reise geht und mit wem sich gemessen wird. Leider mangelt es dabei an der Nachhaltigkeit. Aber das war fast vorauszuahnen. Schließlich ist es kein Wunder, dass die Tracks mit zunehmender Spieldauer immer austauschbarer (und beliebiger!) klingen. Das liegt nun mal in der Natur der Sache, wenn man auf so genannte Hitschreiber zurückgreift. Schließlich kennt doch fast jeder aufmerksame Hörer mindestens einen Song oben genannter Songwriter, gesungen von anderen Acts.

Okay, das ist nicht wirklich schlimm, aber eben auch alles andere als authentisch. So verbreitet das Debütalbum von Jordin Sparks schon nach kurzer Zeit pure Langeweile mit auf Hochglanz gestylten R&B-Liedchen ohne Persönlichkeit. Im Übrigen das gleiche Phänomen wie bei der britischen TV-Casting-Kollegin Leona Lewis. Auch hier findet der Hörer ein Debütalbum vor, das außer zwei Hitsingles nichts weiter zu bieten hat als eine gutaussehende Frau mit einer herausragenden Stimme. Komisch, irgendwie laufen diese Castings immer wieder auf dasselbe Dilemma hinaus, von dem der geneigte CD-Käufer schon bald die Nase voll hat.

Anspieltipps:

  • Freeze
  • Tattoo
  • Next to you
  • God loves ugly
  • Permanent monday

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