Porcupine Tree - Lightbulb Sun (Re-Release) - Cover
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Porcupine Tree Lightbulb Sun (Re-Release)


  • Label: KScope/SPV
  • Laufzeit: 56 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer keinen Ferrari in der Garage hat und nicht im Golfclub angemeldet ist, dürfte als verspäteter Kennenlerner der britischen Prog-Rocker bisher nicht in den Genuss des ursprünglich im Jahr 2000 veröffentlichten „Lightbulb sun“ gekommen sein. Das Werk war jahrelang vergriffen und nur zu überzogenen Preisen bei Ebay & Co. zu bekommen. Grund genug eine Neuauflage in Aussicht zu stellen, welche allerdings ab dem Zeitpunkt der Ankündigung noch lange auf sich warten ließ. Doch das Warten hat endlich ein Ende. Ab sofort kann man das erste durchweg überzeugende Album der Band in komplett überarbeiteter Qualität genießen. Obendrauf gibt’s eine DVD mit dem sagenhaften 5.1.-Mix des Album.

„Lightbulb sun“ kommt eine Spur abwechslungsreicher und aggressiver um die Ecke als das Vorgängeralbum; wirkt rückblickend wie das logische Bindeglied zwischen „Stupid dream“ und „In Absentia“, da es sehr gitarrenlastig ausfällt und sich das stilstische Spektrum deutlich von Vorangegangenem abhebt. Gleich geblieben sind glücklicherweise Steven Wilsons unerschöpflicher Ideenreichtum und Melodien, die im tiefen Meer der Melancholie dahinschweben und sich mit geistreichen Lyriks paaren. „Strange how you never become, the person you see when you're young“ heißt es etwa im nachdenklichen „Where we would be“.

Seinen musikalischen Höhepunkt findet das Album im majestätischen „Russia on ice“. Nicht zum ersten Mal geben hier die Streicher den Ton an und sorgen für eine erfrischende Würze im Sound der Stachelschweine. „Russia on ice“ und „Hatesong“ stellen die Dreh- und Angelpunkt des Albums dar. Um sie herum gruppieren sich grungige Rocksongs („Lightbulb sun“), potenzielle Chartbreaker („Shesmovedon“), tränenreiche Abgesänge („How is your life today?“, „Feel so low“) und Überlegungen zum Musikbusiness („Four chords that made a million“). Obwohl oder gerade weil es so untypisch ausfällt, zählt das mitreißende „The rest will flow“ zu den besonders hervorzuhebenden Highlights.

Fazit: „Lightbulb sun“ hat die „Stupid dream“ - Rezeptur verfeinert, erweitert und variiert. Die totale Harmonie wurde zugunsten des Abwechslungsreichtums aufgegeben. Ohne „Stupid dream“ hätte es zwar „Lightbulb sun“ nicht gegeben, aber ohne „Lightbulb sun“ wäre die Band heute nicht da, wo sie ist. Man kann es auch so formulieren: das Stachelschwein wurde erwachsen, ihm wuchseln Krallen und mit seinem nächsten Coup zeigte es, was wirklich in ihm steckt.

Anspieltipps:

  • Hatesong
  • Russia on ice
  • Lightbulb sun
  • Shesmovedon
  • The rest will flow
  • Where we would be

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