Chilly Gonzales - Soft Power - Cover
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Chilly Gonzales Soft Power


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Jason Beck (36), gebürtiger Kanadier, der sich aber schon seit zehn Jahren in Europa herumtreibt, ist ein studierter Jazz-Pianist, der neben fünf eigenen Alben besonders durch seine Kollaborationen mit Jamie Lidell, Leslie Feist, Peaches und Mocky bekannt ist. Mit „Soft Power“ legt er sein Majordebüt für Mercury Records und den Nachfolger des kommerziell sehr erfolgreichen Albums „Solo Piano“ aus dem Jahr 2004 vor. Doch was treibt der 36-Jährige auf „Soft Power“ für ein Spiel mit dem Hörer?

Gar nicht so leicht zu beantworten. Denn wie schwer das neue Gonzales-Album einzuschätzen ist, zeigt bereits die kleine, familieninterne Diskussion im Hause Beck. Jasons Vater sagt nämlich, die Platte sei zu kommerziell geworden. Beispiele hierzu sind Songs wie „Slow down“ oder „Unrequited love“, die durchaus Hitpotenzial besitzen. Die Mutter hingegen glaubt, dass ihr Sohn mit „Soft Power“ seine Karriere ruiniert. Und bei verhuschten Titeln wie „Theme from in-between“ und „Modalisa“ möchte man ihr das auch sofort bestätigen.

Wohin Jason Beck mit seinen zehn Songs tatsächlich möchte, belegt das Album-Booklet, das eine Auflistung der Grammy-Gewinner des Jahres 1978 aufführt: Dort sahnten damals u.a. die Bee Gees, Barry Manilow, Donna Summer, Earth, Wind & Fire, Al Jarreau, Billy Joel usw. ab. In diesem ganz speziellen 70er-Jahre-Retro-Sound fühlt sich Gonzales zuhause und er reproduziert es für „Soft Power“ nahezu eins zu eins. Mit elektrifizierten Piano-Popsongs, die zwischen schrecklichem Schmalz und grandiosem Ideenreichtum pendeln, lotet Gonzales seine Möglichkeiten aus und wird damit die Massen, genau wie seine Eltern (auch wenn dies nur eine nette Promo-Story sein mag), polarisieren.

Anspieltipps:

  • C Major
  • Let’s ride
  • Slow down
  • Map of the world
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