Andrew Paul Woodworth - Eddy Ate Dynamite - Cover
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Andrew Paul Woodworth Eddy Ate Dynamite


  • Label: Rodeostar/SPV
  • Laufzeit: 45 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„And if I could prove my heart was bigger than my ego // could I expect my friends to forgive me for the things that made me wrong?“, fragt Andrew Paul Woodworth zu Anfang seines Solodebüts „Eddy Ate Dynamite“ im von Glockenspiel und elektronischen Orgeln eingeleiteten Opener „Thick Black Mark“. Nach den zwei mit nur spärlichen Erfolg beschiedenen Bandprojekten Elephant Ride und Virgil, beide dem Rock zugewandt, wandelt Andrew Paul Woodworth nun auf Solopfaden und versucht sich als Songwriter. Produziert wurde die Scheibe von Evan Frankfort. Sie besticht neben den wunderschönen Melodien auch durch die breite Palette der eingesetzten Instrumente, die von Streichern über Mundharmonikas bis hin zu Banjos reichen. Im Vordergrund bleibt jedoch stets die Akustikgitarre.

Prominente Unterstützung in Sachen PR-Arbeit erhielt Woodworth dabei von Led Zeppelin Bassist John Paul Jones, der Woodworth als den talentiertesten Lyriker, mit dem er je zusammengearbeitet hätte, bezeichnete. Vor allem die Liebe, Veränderung und seine eigene Vergangenheit stehen dabei textlich im Mittelpunkt. Speziell bei den selbstreflektierenden Songs erinnern die Lyriks stark an Mark Oliver Everett. Auch die Herangehensweise die traurigen, teils sarkastischen textlichen Inhalte in eine bunte musikalische Verpackung zu kleiden darf gerne mit den Eels, vor allem zu Zeiten von „Daisies Of The Galaxy“, verglichen werden. Aber auch Prince stand nach Woodworth’ eigenem Bekunden in Sachen Songwriting Pate. Für die Instrumentierung lässt sich vor allem Sufjan Stevens als Referenz nennen.

Mal üppig und pompös, mal nur von einer Akustikgitarre getragen, beweist Woodworth stets das richtige Gespür für harmonische Arrangements. Federleicht und beschwingt kommt beispielsweise „Pleasure To Meet You“ daher und durch diese wenig pathetische Instrumentierung bewahrt Woodworth den Song vor allzu viel Kitsch. Clever mischt er immer wieder Folk- und Countryelemente in den Sound, mal rockig, mal weniger und kann so die Spannung über das gesamte Album halten. Dabei einzelne Songs herauszustellen ist schier unmöglich, das Album weiß in seiner Gesamtheit zu überzeugen und bleibt ohne jeden Ausfall.

Gibt man der Musik die Zeit, die sie braucht um sich vollends zu entfalten, entdeckt man eines der besten Songwriter-Alben seit langem. Angesichts der intelligenten Texte, der Melodien zum Träumen und des bis hin zur Tracklist, mit dem grandios, melancholischen (!) Beastie-Boys-Cover „Fight For Your Right To Party“ als Abschluss, großartigen Albums, kann man die eingangs gestellte Frage nur mit „Ja!“ beantworten. Bei diesem Album verzeiht man Woodworth einfach alles.

Anspieltipps:

  • Thick Black Mark
  • Everything To Everyone
  • Pleasure To Meet You
  • Ropemaker’s Daughter
  • Fight For Your Right To Party

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