Hatchet - Awaiting Evil - Cover
Große Ansicht

Hatchet Awaiting Evil


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist immer wieder schön mit anzusehen wie ein paar Jungspunde aus Amerika den Thrash Metal auf den Kopf stellen wollen und am Grundsätzlichstem überhaupt scheitern: Der Atmosphäre bzw. der nachhaltigen Wirkung auf den Hörer. Wo das Metallica-Debüt „Kill ´em all“ (1983) zwar noch einen aufgescheuchten, jugendlichen James Hetfield präsentierte, aber durch eine kompakt vor sich hin groovende Rhythmusabteilung jeden Lautsprecher in seine Einzelteile zerbersten ließ oder Slayer mit ihrem diabolischen „Reign in blood“ (1986) nicht nur auf dem Höhepunkt ihrer ohnehin technisch äußerst hohen Spielweise waren, sondern ebenso aufgrund der markerschütternd präzisen Riffs von King und Hannemann jedes Trommelfell nach einer weiteren Salve bettelnd zurückließen, können Hatchet dem Ganzen leider nichts entgegensetzen.

Gut, eine Newcomer-Band jetzt gleich von vornhinein an den Legenden des Genres messen zu lassen wäre natürlich kompletter Schwachsinn und unfair, aber wenn Marcus (Gesang), Julz (Gitarre), Sterling (Gitarre), Dan (Bass) und Slave (Schlagzeug) in „Attack imminent“ dermaßen stark bei Slayer abkupfern (schnelles, flächendeckendes Riffing, Shouts gepaart mit hohen Passagen und einer kompromisslos knüppelnden Darbietung des Drummers), dann müssen sie auch damit rechnen, den einen oder anderen Vergleich über sich ergehen zu lassen.

Zwar machen die fünf Jungs ihre Sache ausnahmslos gut, was bedeutet dass sowohl Mikrophonschwinger Marcus aus der Masse an Thrash-Shoutern mit seinem breit gefächerten Organ (eine Mischung aus Kreators „Mille“ Petrozza und Slayers Araya) heraussticht (obwohl er dieses auch nicht immer zu seinem Vorteil einzusetzen weiß und vielleicht etwas mehr zu einem eigenen Stil finden sollte), als auch die Axt-Abteilung ordentlich technisch und dabei flink ans Werk geht. Einzig und allein Drummer Slave könnte in den schnellen Passagen (und das sind gut und gerne 80% der Platte) etwas abwechslungsreichere Patterns spielen, denn auf Dauer gesehen ist die scheppernde Abmischung zusammen mit dem eindimensionalen Stil des Amerikaners definitiv zu wenig um den Stücken den richtigen Punch in die Magengrube zu verleihen. Für 80er Jahre Thrash-Fans, die eine kleine Zeitreise unternehmen wollen, ist „Awaiting evil“ mit seiner ungeschliffenen Dynamik aber wahrscheinlich genau das Richtige.

Anspieltipps:

  • Morlocks Tomb
  • Storm The Gates
  • Frailty Of The Flesh
  • The Curse
  • Inside The Fire

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
8/10

The Rise Of Chaos
  • 2017    
8/10

Monuments
  • 2017    
7/10

Emperor Of Sand
  • 2017    
Diskutiere über „Hatchet“
comments powered by Disqus