Beatsteaks - Kanonen Auf Spatzen - Cover
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Beatsteaks Kanonen Auf Spatzen


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 95 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Player wird vermutlich die nächsten Wochen mit der Scheibe blockiert sein.

Die Beatsteaks aus Berlin, nicht erst seit ihrem Hitalbum „Smack Smash“ eine der besten Livebands aus deutschen Landen, haben sich endlich dazu entschlossen, einen längst überfälligen Schritt zu gehen und ihr erstes Livealbum zu veröffentlichen. Zwar wurden auf der DVD „B-Seite“ schon einige Konzertausschnitte präsentiert, diesmal finden wir allerdings zwei CDs mit über 90 Minuten Livematerial von verschiedenen Auftritten und eine Bonus-DVD mit einem nahezu kompletten Konzert aus der Berliner Wuhlheide in der Verpackung und haben damit endlich auch Beatsteaks-Live-Futter für unterwegs. Dabei findet man auf der ersten CD Ausschnitte von größeren Konzerten, auf der zweiten von kleineren Clubgigs.

Aber genug der Vorrede und rein mit CD 1 in den Player. Nun noch die Kopfhörer anstecken, wir wollen die Nachbarn ja (zumindest erst einmal) nicht wie vor zwei Jahren, als „Limbo Messiah“ erschien und Tag und Nacht die Scheibe auf Repeat lief, wieder zum Klopfen gegen die angrenzende Wand verleiten. Angespannt wie ein kleines Kind hocke ich mich vor die Anlage und drücke auf Play. „You don’t guess my name / but I’ve come to rearrange / gotta put yourself at ease / I do exactly as I… PLEASE! “ In diesem Augenblick reißt schon der Kopfhörer aufgrund eines unüberlegten Aufspringens aus dem Gerät. Die nahezu voll aufgedreht Anlage sorgt dabei für Konzertfeeling, nur mit dem glücklichen Umstand dabei keine Angst vor blauen Flecken haben zu müssen. Eigentlich haben es die Nachbarn ja auch irgendwie verdient an der „Party“ teilzunehmen.

Somit fliegen der Kopfhörer und das herausgerissene Kabel in die Ecke, dazu dröhnt „Monster“, mit Bläser-Einlagen der Ska-Legende „The Butlers“ verfeinert, aus den Boxen. So viele Erinnerungen an unglaubliche Konzerte werden wieder wach, wenn man Mitsing-Passagen wie bei „Cut off the top“ hört oder bei „Summer“ plötzlich zu springen beginnt. Im Coversong „Hey du“ beweist Gitarrist und meist Background-Sänger Peter Baumann, wie grandios er diesen im Übrigen aus der Not heraus geborenen Gesangseinsatz mittlerweile beherrscht. Mit „Let me in“ endet dann die erste CD genauso, wie sie begonnen hatte: Perfekt.

Vor CD 2 wird noch eine kurze Pause eingelegt, einer der Vorteile im Gegensatz zu den Konzerten der „Beatbuletten“, nach welchen man meist erst mal einen Tag Urlaub braucht, damit das Blut wieder auf Normalgeschwindigkeit pulsiert. Nach dem Ende von „Panic“ wird allerdings schnell klar, dass der Nutzen der kurzen Unterbrechung eher gering ausfällt, denn still sitzen kann man auch bei den Mitschnitten der kleineren Konzerte nicht. Ausgesucht wurden die Songs mit sehr viel Sorgfalt, denn bei jedem der insgesamt 28 Titel spürt man die Energie und den Spaß der Band beim Auftreten. Darüber hinaus wurde wirklich jedes Lied absolut super abgemischt, sei es von einem der Festivalgigs oder einem der Klubkonzerte. Ein besonderes Schmankerl ist die ruhige Version von „Big attack“, die auch zeigt, dass es die fünf Jungs sehr gut verstehen, Lieder für Konzerte abzuwandeln ohne dabei den Charakter zu zerstören. Wohl auch einer der vielen Gründe, weshalb die Beatsteaks live so sehr beliebt sind. Dabei wirken sie niemals abgehoben und auch vor 80.000 Menschen noch absolut liebenswert. Frontmann Arnim Teutoburg-Weiß und seine Mitstreiter verstehen es eben wie kaum eine andere Truppe die Massen anzuheizen und einen extrem hohen Energiepegel über 90 Minuten aufrecht zu erhalten.

Auf der DVD befindet sich, man mag es eigentlich kaum Bonus nennen, ein fast komplettes Konzert, wie schon erwähnt aus der Berliner Wuhlheide. Ich möchte es mal das „I-Tüfelchen“ auf dem Sahnehäubchen nennen und darüber nichts weiter verlieren, nur so viel soll verraten sein: Der Player wird vermutlich die nächsten Wochen mit der Scheibe blockiert sein. Zunächst noch eine Berichtigung, die sich nach dem Genuss der beiden CDs und der DVD ergeben hat: Die „Beatsteaks“ sind die beste Liveband die Deutschland momentan zu bieten hat und werden diesen Status hoffentlich noch lange aufrechterhalten können! Zum Abschluss noch folgender Tipp: Nach „Hand in Hand“ ruhig die CD noch eine Weile im Player lassen, es lohnt sich!

Anspieltipps:

  • As I please
  • Monster
  • Summer
  • Let me in
  • To be strong

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