Uh Huh Her - Common Reaction - Cover
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Uh Huh Her Common Reaction


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Amerikanerinnen von Uh Huh Her (benannt nach einem Album von PJ Harvey), namentlich Leisha Hailey und Camila Grey, setzen nun nach der „I See Red“-EP nach und präsentieren mit „Common Reaction“ ein beachtliches Debüt, das die Melancholie aus den Achtzigern atmet und mit eingängigem Electro-Pop verbindet. Leisha war bereits bei The Murmurs musikalisch aktiv und agiert schauspielerisch in der erfolgreichen Serie „The L Word“, während Camila bereits mit Dr. Dre, Melissa auf der Maur und Tricky gearbeitet hat. Diese Erfahrung nutzt das Duo gekonnt, auch wenn die Eigenständigkeit ziemlich auf der Strecke bleibt, während man Helden wie New Order oder auch Garbage huldigt.

Im Opener „Not A Love Song“ thronen Synthesizer über dem eingängigen Format aus Drums, markantem Bass und atmosphärischen Gitarren, die von der leicht entrückten, mit Hall belegten Stimme untermalt werden. Ein guter Auftakt, der sich bei den noch kommenden Songs in seiner tanzbaren und dynamischen Ausstrahlung fortsetzt. So auch beim Titeltrack, welcher von prägnanten Beats eingeläutet wird, doch im Laufe des Songs allzu lieblich am Ohr des Hörers vorbeischleicht. Das ist dann auch schon das zentrale Problem von „Common Reaction“: Die Grundzüge sind harmonisch und ansprechend, jedoch wird das nicht durchgehend in einer Dringlichkeit präsentiert, die für eine zarte Ausrichtung wie diese nötig wäre, um nachhaltig etwas zu bewegen. So bleibt es bei widerstandslosen Synthesizer-Wohltaten und einschmeichelnden Vocals, denen nichts vorzuwerfen ist, was auch genau der Punkt ist. Eine Tendenz zu Widerhaken und exzentrischen Ausflügen ist nicht zu erkennen, so dass es nichts weiter als einen netten Soundtrack eben für eine Serie wie „The L Word“ darstellt.

Hier wird mit dem Bekanntheitsgrad eben dieser Sendung ein Musikprojekt an die Öffentlichkeit befördert, welches wohl ohne die Aufmerksamkeit für die Schauspielerin Leisha Hailey nahezu im Nirwana der Musiklandschaft verhallt wäre. Es geht in Ordnung, läuft im Hintergrund ohne zu stören, ist aber nicht mit der Spannung gesegnet, die mit medialer Präsenz forciert werden soll. Das hat wohl auch das deutsche Büro von Nettwerk erkannt, ist doch die Veröffentlichung hierzulande schon seit Mai geplant gewesen und wurde auf August verschoben, weil dann Uh Huh Her hierzulande auf Tour gehen soll. Doch von den Daten ist bis heute nichts auf der MySpace-Seite zu lesen... .

Anspieltipps:

  • Explode
  • Say So
  • Covered
  • So Long

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