Dragons - Here Are The Roses - Cover
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Dragons Here Are The Roses


  • Label: Ohm/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Leute deren Performance auf der Bühne (und in Musikvideos) fraglich erscheinen. Etwa wenn der Sänger ununterbrochen im Takt des Schlagzeugs hin und her wippen muss. Dies sei vorneweg gesagt: Liveauftritte von den Dragons sind musikalische Beinaheperfektion und auch die Stimme von Anthony Tombling Jr. Klingt beinahe wie auf Platte, doch dieses Gewippe geht tierisch auf den Nerv. Sei es drum, dem Hörer der Musik geht es ja in erster Linie um eben diese. Auf den ersten Blick (auf das Cover) erscheint Dragons eine weitere Band zu sein, die sich den düsteren Gefilden der Rockmusik verschrieben hat. Weit gefehlt, wenn man nun Play drückt und sich in der nächsten Dreiviertelstunde in den Sphären der Dragons begibt.

Bis zum ersten Chorus Titeltracks „Here Are The Roses“ meint man sich vielleicht noch in einer stoischen, düsteren Schublade wieder zu finden, aber mit Beginn des Refrains erhebt sich die Stimme und anstatt einer Depeche-Mode-Qualität verändert sich die Stimme in die Höhe in die eines Bono oder Rea, nur dass er bemüht ist „depressiver“ zu klingen. Aufgemerkt Hörer: Diese Musik ist zumindest in der Grundessenz düster. Darauf kommt man nicht gleich, denn die Gitarristen Calvin Talbot und Will Crewdson zaubern (und das über das ganze Album) immer wieder ein paar wunderschöne Riffs hervor. Auch im nun wirklich etwas dunkleren „Condition“ sind es weder Tombling noch sein Mitgründungspartner David Francolini (Drums), die das Lied zu einem Guten machen. Die beiden Gitarren sorgen für das Gefühl eine frühe Depeche Mode Platte vor sich zu haben, allewrdings mit ordentlicher Soundüberholung. Um diesen Vergleich endgültig zu bestätigen überspringen wir schnell ein paar Tracks und nehmen „Lonely Tonight“ vorweg. Irgendwo zwischen den Stühlen mit den Aufschriften Kitsch und Wunderschön, aber da ist gewiss keiner mit Dark zu sehen. Die Sängerstimme passt zwar in dieses Gefilde, aber die Frage bleibt offen, ob diese teilweise wirklich fantastischen Gitarrenklänge nicht zu einer flexibleren Stimme passen würden.

Wir springen zurück und finden mit Songs wie „Treasure“ und „Obedience“ den Beweis, das dies eine gewollte Richtung ist, die mit den Liedern eingeschlagen wird. Das stimmige Bild zwischen den einzelnen Stücken ist klar erkennbar und wie die Gitarren sehr positiv zu bewerten. Meist fällt erst beim zweiten Hören der Songs auf, wie wichtig auch James Fage (Bass) für den Klang ist. Denn gerade die Einsätze des Mannes am Synthesizer Adam Coombs lässt die Dragons fast an The Cure erinnern und im Grunde wollte man ja traurig und nachdenklich klingen, wo The Cure allzu oft die Hoffnung am Leben hielten. Besonders „Trust“ zeigt instrumental wieder, wie eng die Schiene zwischen Herrlichkeit und Finsternis bei der Band liegen können. Dies ist auch der wahrscheinlich gelungenste Track auf „Here Are The Roses“

Auch beim Ausklang des Albums ein Stück, welches durchgehend die schwarze Stimmung durchbringt und auch das stoische Element durchhält („Where Is The Love?“). Es ist letztendlich die schlussendliche Konsequenz zwischen Trauer, Schönheit und Dunkelheit. Während die Instrumente mit Ersteren problemlos umgehen und der Sänger zumindest zwischen Dunkelheit und Trauer umher springen kann (mit einem Hauch Bono!) passt es zu oft einfach nicht so, dass man meinen möchte: So und NICHT ANDERS muss dieses Stück sein. Alles in allem aber eine tolle (Dark)Pop-Rock-Alternative aus England.

Anspieltipps:

  • Here Are The Roses
  • No Conversation
  • Ready To Go

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