New Found Glory - Tip Of The Iceberg - Cover
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New Found Glory Tip Of The Iceberg


  • Label: Bridge Nine Records
  • Laufzeit: 27 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Tip Of The Iceberg/Takin’ It Ova“ ist eine Art Konzeptalbum. Mal was ausprobieren, nur so zum Spaß.

Man mag New Found Glory vieles nachsagen können. Belanglos, unkreativ, ohne jede musikalische Weiterentwicklung auch nach mehreren Alben etc. Vor allem das sehr klischeehaft gleichbleibende Zielpublikum, stößt manchmal doch so manchem Gitarrenmusikliebhaber sauer auf. Was man New Found Glory aber auch nach sieben Alben nicht vorwerfen kann, ist Erfolglosigkeit. Genauso wenig wie man ihnen nicht vorwerfen kann, keinen Mut zu haben. Nur wenige Monate nach der Veröffentlichung ihres „Greatest Hits“-Albums, kommt New Found Glory mit einer (wie soll man das jetzt erklären, ohne dass der Leser das Lachen anfängt…?) gewöhnungsbedürftigen Idee auf den Markt. Denn im Geheimen sind die Jungs um Sänger Jordan Pundik nämlich Hardcore-Mosher. Also warum nicht mal ein Hardcore-Album aufnehmen? Gesagt, getan - hier ist „Tip Of The Iceberg/ Takin’ It Ova“.

„Tip Of The Iceberg/Takin’ It Ova“ ist eine Art Konzeptalbum. Mal was ausprobieren, nur so zum Spaß. So entstand unter freundlicher Unterstützung von Bridge Nine Records ein Doppelalbum, auf dem fünfeinhalb „wahre“ New-Found-Glory-Songs zu finden sind, so wie 12 Songs für „Takin It Ova“, ebenfalls von New Found Glory, aber unter dem Pseudonym: „International Superheroes Of Hardcore“. Selbstverständlich alles nur aus Spaß. Zum Glück.

Zu „Tip Of The Iceberg“ muss man eigentlich nicht viel sagen. Wer New Found Glory kennt, weiß genau was man erwarten kann. Genau das bekommt man dann auch. Bemerkenswert ist dabei einzig und allein die Länge der sechs Songs; keiner von ihnen kommt über zweieinhalb Minuten. So bekommt man als New-Found-Glory-Fan nur enttäuschende 12 (in Worten: Zwölf) Minuten tatsächliches New Found Glory zu hören. Darunter zu finden ist „Here We Go Again“, gecovert von Shelter.

Wenn man bei zwölf Minuten überhaupt von einem Highlight sprechen kann, ist dies „Cut the Tension“, welches durch ganz typische New Found Glory Mittel trotzdem irgendwie überzeugen kann. Irgendwie schaffen sie es ja am Ende doch immer, auf jedem Album ein oder zwei Songs zu haben die auch den größten Kritiker mitwippen lassen. Anschließend kommt die Verwandlung von Jordan, Chad, Steve, Ian und Cyrus zu den auf dem Cover prangenden International Superheroes Of Hardcore. Die Lacher haben die fünf Jungs damit sicherlich schon einmal auf ihrer Seite. Fast erschreckt man im ersten Moment. Ist das wirklich New Found Glory? Da schreit und scheppert es, knarrt und ballert es, wie es sich für so harte Hardcore-Jungs eben gehört. Doch nicht nur die Idee ist aus dem Spaß heraus geboren, auch die Songtexte der zweiten CD sind eher dazu gedacht zum Schmunzeln anzuregen, als über blutende Herzen oder zertrümmerte Seelen zu moshen.

Sinnbildlich dafür sind einige der Songtitel wie „Captain Straight Edge“ (wahrlich gelungen), „Hardcore Hokey Pokey“ oder „Ebay revenge“. Einige der harten Songs wirken völlig unstrukturiert und überdreht. Zur Ehrenrettung muss man allerdings zugeben, dass NFG auch nicht alles falsch machen. Zum Beispiel „Superhero Sellouts“ ist so abgedreht, dass man gar nicht drum rum kommt zu schmunzeln. Ebenso bei „Captain Straight Edge“, das vor allem zu Beginn wirklich lustig ist. Köstlich wirkt auch „Ebay Revenge“, welches sich auf erregte Art und Weise über die Tücken des Ebay Kaufens aufregt.

„Takin’ it Ova“ zeigt auf, was wohl passiert wenn eine Pop-Punk-Band der Meinung ist, sie müsste ein Hardcore-Album aufnehmen. Hat darauf die Welt gewartet? Nein hat sie nicht. Deshalb stellt sich doch recht schnell die Frage des: Warum? Wieso? Denn wer um Gottes Willen braucht lustigen Hardcore?

Anspieltipps:

  • Cut the Tension
  • Seat Belt
  • Ebay Revenge

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