Genetiks - De Bello Genetiko - Cover
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Genetiks De Bello Genetiko


  • Label: Amöbenklan/Broken Silence
  • Laufzeit: 28 Minuten
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2.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Es ist einer dieser Tage / Du gehst nicht raus / Es ist einer dieser Tage / Du gehst nicht raus / Es ist einer dieser Tage / Du bleibst im Bett / Es ist einer dieser Tage / Du bleibst im Bett“ – mit diesen tiefgründigen Worten beginnt die neue CD der Nürnberger New Wave Punks von Genetiko. Das große Fragezeichen über dem Kopf wächst noch beim Überfliegen der Liedtitel wie „Held“, „Nachts in Deutschland“ und „Du kämpfst“ auf dem schlicht gehaltenen, weißen Booklet. Martialisch zeigt sich die Band auch auf ihrer My Space-Seite (mit Soldatenbild) und auf ihrer Homepage (in Uniform).

Provokation? Symbolik? Bandkonzept? Die Musik selbst gibt keine Antwort auf die Frage, wie die Botschaft der Genetiks letztendlich zu verstehen ist. Die Gitarren schrammen wenig inspirierende Punk-Riffs über einem weitgehend im Midtempo-Bereich gehaltenen Rhythmus Gerüst. Die manchmal endlosen Wiederholungen der „Melodien“ sollen wohl hypnotisierend wirken, monoton und etwas nervig trifft aber eher zu. Dazu kommt ein Sänger, der in durchgängig gleicher Art und Weise die verwirrenden Texte ins Mikro „singt“ (oder doch ruft, spricht oder schreit?). Einfallsreichtum? Fehlanzeige. Abwechslung? Auch nicht. Das Spannendste an dieser Scheibe ist auch schon sein Titel „De Bello Genetiko“. Da fällt es nicht einmal auf, dass das Machwerk mit nur neun Titeln doch etwas spärlich ausgestattet ist, denn die Nummern unterscheiden sich in ihrer Art ohnehin kaum. Somit gibt es weder Höhe- noch Tiefpunkte herauszustellen. Das ganze Album spielt sich auf einem gleich bleibend niedrigen Niveau ab.

Lediglich der Refrain von „Nachts in Deutschland“ bleibt im Ohr hängen. Dass das nicht immer für Qualität sprechen muss, weiß man aber nicht erst seit dem „Bommerlunder“ der Toten Hosen. Nur vorschnell in eine extreme Ecke stellen, darf man die Genetiks trotz der mit reichlich Kriegssymbolik ausgestatteten Lyrics nicht. Immerhin heißt es im Song „Zweimal Minus“ explizit „Hitler-Stalin-Fuck“. Das Album schließt mit den Zeilen: „Lädst dein Gewehr / Hörst die Musik / Grüsst deinen Freund / Lädst dein Gepäck / Schnürst deine Stiefel / Liest dein Buch / Küsst deinen Freund / Gefangen im Krieg.“ Ob Alternativ oder nicht, ob Szene-Tipp hin oder her: Ein Glück, dass der Spuk nach nur 28 Minuten auch schon vorbei ist. Im genetischen Krieg möchte man nun mal wirklich nicht gefangen sein.

Anspieltipps:

  • Wie Heisst Du
  • Nachts In Deutschland

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