The Notwist - The Devil, You + Me - Cover
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The Notwist The Devil, You + Me


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die einzige deutsche Indie Pop-Band von internationalem Belang ist zurück. Sechs Jahre gingen ins Land, seit ihrem unaufgeregtem Meisterwerk „Neon Golden“. Maßgeblich aufgrund der nimmermüden Projekt-Kreativität, die den Notwist’schen Rahmen verlässt – The Tied & Tickled Trio, Console und Lali Puna, um nur die Wichtigsten zu nennen. Der Erwartungsdruck angesichts des allenthalben gelobten Vorgängers und die generelle Unkonventionalität der Gebrüder Acher und ihrer Mitstreiter, dürften ebenfalls als Begründungen für die lange Wartezeit plausibel erscheinen.

Nun also, „The Devil, You + Me”. Ein großer Stilbruch war freilich nicht zu erwarten, man bekommt auch hier wieder experimentelle Popmusik der zaghafteren Sorte, aber um gleich dir Fronten zu klären (oder zu öffnen): „The Devil, You + Me“ bleibt hinter dem Meisterwerk zurück. Hauptursache ist wohl die fehlende Eingängigkeit, genauer, die zu komplexe Intimität des Gesamtwerks. Zu klären wäre, ob absichtlich, aber The Notwist haben ihre fabulöse Gabe zur Hymnik zurückgestellt. „The Devil, You + Me“ setzt weniger stark auf emotionalen Anschluss, fundiert weniger stark auf einprägsamen Melodien, als vielmehr auf Elektronik-Frikeleien, die insgesamt das Songwriting akademisch wirken lassen. Besonders der Anfang dieser - immer noch - Popmusik verschließt sich seltsam kauzig. „Alphabet’s“ dichte Atmosphäre will so gar nicht zum vergleichsweise kläglichen Titelsong mit seinem fürchterlichen Einstieg passen – Achers dünne Stimme war und ist dafür einfach nicht ausgelegt. Musik für Designer, könnte meinen, die erkannten gebastelten Feinheiten, nicht das große Ganze, wirken hier nach.

Doch diese – vielleicht – gegen „Neon Golden“ angelegte Konzeption verschwindet mit zunehmender Länge und es entfalten sich doch noch wohlinszenierte Tagtraumsongs. Vor allem „Gravity”, „On Planet Off“ und „Hands On Us“ versprühen Charme und Magie. Hinten besser als vorn. Und: An ein von allen geliebtes Meisterwerk muss man erst gar nicht anknüpfen. Die Essenzen des neuen Notwist Albums sind angenehm kauzig. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Anspieltipps:

  • Gravity
  • On Planet Off
  • Hands On Us

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