Someone Still Loves You Boris Yeltsin - Pershing - Cover
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Someone Still Loves You Boris Yeltsin Pershing


  • Label: Polyvinyl/CARGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf ihrem Zweitwerk klingen Someone Still Loves You Boris Yeltsin lockerer und beschwingter.

Nach dem viel beachtetem Debüt „Broom“ hätte es für Someone Still Loves You Boris Yeltsin kaum besser laufen können, nicht nur in den USA werden sie mittlerweile in einem Atemzug mit den Shins genannt auch in europäischen Gefilden hat sich die Band bereits einen Namen gemacht. Doch just in diesem Moment der Heiterkeit stirbt der gute alte namensgebende Boris einfach mal eben. Muss man sich deshalb Sorgen machen um die Jungs aus Springfield, war daraufhin wohl die bange Frage aller Fans. Nein, muss man nicht. Nun darf eben John Pershing, jener US-General zu Zeiten des Ersten Weltkriegs und heutiger Namensgeber von Panzern und anderer nützlicher Dinge, als Götze herhalten.

Lockerer und beschwingter präsentieren sich Someone Still Loves You Boris Yeltsin auf dem Zweitwerk „Pershing“, dem Klavier wurde vollends die Statistenrolle aufgebürdet, Gitarrenindiepop heißt das Motto auf dem „Broom“-Nachfolger. Einfacher aus der großen Masse an Bands, die ebenjenes Motto auch verfolgen, herauszustechen wird es dadurch logischerweise nicht. Gut, dass sich Someone Still Loves You Boris nach wie vor auf ihr scheinbar intuitives Gehör für Ohrwurmmelodien verlassen können.

Das beweisen sie schon beim eröffnenden „Glue Girls“ in bester Nada Surf Tradition, das alles andere als langweilige „Boring Fountain“ reiht sich nahtlos ein und einen Song, der so sehr nach den Beach Boys klingt, wie „Dead Right“ haben nicht einmal die Beach Boys gemacht. Der „Beach Song“ ist dann eine gekonnte Verbindung von Beach Boys und Beatles-Klängen und vermittelt tatsächlich sommerliche Strandstimmung. Die Fülle an Indiepop-Perlen, die Someone Still Loves You Boris Yeltsin allein in der ersten Albumhälfte präsentieren, gelingt den meisten Bands nicht auf das gesamte Album verteilt.

Dadurch, dass zeitweise auch melancholischere an Death Cab For Cutie erinnernde Töne mitschwingen („Some Constellation“, „Modern Mystery“), oder experimentelle, die an dEUS denken lassen („You Could Write A Book“) wird das Album nie langweilig und kann über die gesamte Spielzeit begeistern. Allenfalls gegen Ende geht dem Album, im Vergleich zur berauschenden ersten Hälfte, ein wenig die Puste aus. Das macht aber gar nichts, denn das hat nur zur Folge, dass man einfach noch einmal auf die Play-Taste drückt, um zu prüfen, ob die erste Hälfte wirklich so überragend war und ehe man sich versieht, hat man das Album schon wieder durchgehört und was das zur Folge hat wissen wir ja.

Anspieltipps:

  • Dead Right
  • Modern Mystery
  • Some Constellation
  • You Could Write A Book

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