Jesus On Extasy - Beloved Enemy - Cover
Große Ansicht

Jesus On Extasy Beloved Enemy


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 53 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Jesus On Extasy gehören eindeutig zu den Aufsteigern der deutschen Gothic-Szene. Das von Fans und Kritikern gleichermaßen geschätzte Debütalbum „Holy Beauty“ markierte einen bemerkenswerten Einstand, nun soll der Nachfolger „Beloved Enemy“ für den endgültigen Durchbruch sorgen. Umso gespannter wartet man auf die ersten Klänge des 13 Songs umfassenden Werks.

Und das startet mit dem Titeltrack gleich überzeugend. Wie von Jesus On Extasy gewohnt, treffen tanzbare Synthie-Klänge auf harte E-Gitarren und die etwas an eine Mischung aus Marilyn Manson und Ville Valo erinnernde Stimme von Dorian Deveraux. Leider wird bereits hier der größte Kritikpunkt der Scheibe deutlich: die Produktion des Schlagzeugsounds wirkt leider merkwürdig verzerrt und übersteuert. Verwunderlich ist das vor allem im Vergleich mit den wirklich fett klingenden Gitarren. Möglicherweise ist dieser Effekt gewollt – das macht den Klag für das Ohr allerdings nicht angenehmer. Schade ist das vor allem, wenn eine großartige Nummer wie „Dead Presidents“ dadurch deutlich unter ihrem Potenzial bleibt.

Ansonsten lassen sich allerdings kaum echte Mängel ausmachen: nicht einer der vor allem im rockigen Midtempo gehaltenen Songs sticht negativ hervor, Höhepunkte dafür gibt es einige: Songs der Marke „Break You Apart“, „Stuck“ und vor allem „Church Of Extasy“ sollten in Szene Clubs die Tanzflächen füllen und bei Konzerten für ausgelassene Stimmung sorgen. Hier kommen Gothics, Metaller, Industrials und Alternative Rocker gleichermaßen auf ihre Kosten. Bei solchen Hits ist es tatsächlich verwunderlich, warum ausgerechnet für das eher unauffällige „Stay With Me“ ein aufwändiges Video produziert wurde. Der einzige Ausreißer in eher ruhige Gefilde ist der letzte Song „Sometimes“. Hier machen die treibenden Tanzrhythmen einem elektronischen Synthi-Gewaber Platz. Schlecht klingt das nicht und somit schließt „Beloved Enemy“ mit einem mehr als ordentlichen Gesamteindruck.

Jesus On Extasy zeigen sich zwar wenig vielseitig und die gewöhnungsbedürftige Produktion ist ein echtes Manko, dafür haben die Songs der Synthi-Rocker aber allesamt Klasse. Wer davon nicht genug bekommt, kann sich auch gleich die Limited Edition gönnen, denn diese kommt mit einigen weiteren Bonus Tracks. Doch auch nach den 50 Minuten der Standardversion ist eines klar: diese Band ist alles andere als eine Eintagsfliege.

Anspieltipps:

  • Beloved Enemy
  • Break You Apart
  • Dead Presidents
  • Church Of Extasy

Neue Kritiken im Genre „Gothic-Rock“
5/10

MTV Unplugged: Unter Dampf - Ohne Strom
  • 2015    
Diskutiere über „Jesus On Extasy“
comments powered by Disqus