The Last Goodnight - Poison Kiss - Cover
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The Last Goodnight Poison Kiss


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Zugegeben, Renata gibt als Bandname nicht viel her. Ob es allerdings nur daran liegt, dass Kurtis John Henneberry (Gesang, Piano), Mike Nadeau (Gitarre), Anton Yurack (Gitarre, Gesang), Leif Christensen (Gesang, Bass), Ely Rise (Keyboard) und Larone McMillan (Schlagzeug, Perkussion) aus Enfield, Connecticut mit den zwei unter diesem Banner veröffentlichten Alben keinen nennenswerten Erfolg verbuchen konnten, dürfte angesichts der enormen Hitdichte auf „Poison kiss“ schnell geklärt sein. Gut Ding braucht einfach seine Zeit und nachdem der Sechser von Jeff Blue von Warner Brothers, der sich rühmen darf einen gewissen Act namens Linkin Park ausgegraben zu haben, auf einem ihrer Konzerte „entdeckt“ wurde, war es ohnehin nur eine Frage der Zeit bis der Rest der Welt von der nun unter The Last Goodnight firmierenden Truppe Notiz nehmen würde.

In Europa hat dies zwar herkömmlicherweise länger gedauert (nämlich etwas mehr als ein Jahr), aber dafür darf die erste Single „Pictures of you“ seitdem pausenlos das Formatradio unsicher machen. Doch Vorsicht! Statt lästigen Abnutzungserscheinungen kredenzen die Amis dem Hörer in perfekt ausgenutzten 3 Minuten einen fabelhaften Ohrwurm, der aus dem restlichen melodieverliebten Kanon von „Poison kiss“ nicht als One Hit Wonder heraussticht, sondern einer von mehreren gnadenlos eingängigen Songs ist. Bereits der Titeltrack und die nachfolgenden Stücke „Stay beautiful“, „This is the sound“ und „One trust“ sind zu 100 % verführerische Popnummern mit Hit-, Schmuse-, Mitsing-, Kuschel- oder einfach nur Feelgood-Faktor.

Dummerweise schütteln The Last Goodnight oftmals allzu kitschige Textphrasen (bestes Beispiel ist „Return to me“ mit folgender Textzeile: „I miss you / God I miss you / Why do I miss you”) aus dem Ärmel, die zwar allesamt Kuschelrock-erprobt sind, aber gerade deswegen den sonst guten Songaufbau ins Mittelmaß heben. Denn seien wir ehrlich: Songs über Liebe, die aus den immer gleichen Textbausteinen bestehen, sind öde. Von der musikalischen Seite her kann man der Truppe vielleicht gerade einmal vorwerfen, dass der leicht soulige Touch in einigen Stücken und das melodieselige Keyboard von Maroon 5 abgeschaut sind, allerdings wirken The Last Goodnight nie wie eine schlechte oder billige Kopie sondern wie eine eigenständige Gruppe, die schlicht und ergreifend Gefallen an dieser stilistischen Mixtur gefunden hat. Dennoch fällt das Qualitätsbarometer im hinteren Teil der Platte etwas ab und es gibt den einen oder anderen Füller zu beklagen. Nichtsdestotrotz ist „Poison kiss“ eine gelungene Pop/Rock-Scheibe zum immer wieder hören und somit eine gute Alternative zum Radio, wenn man mal stressfrei und ohne Gequatsche Popmusik genießen will.

Anspieltipps:

  • Poison Kiss
  • Stay Beautiful
  • Pictures Of You
  • This Is The Sound

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