Patrice - Free-Patri-Ation - Cover
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Patrice Free-Patri-Ation


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Musiker, die wehren sich mit Händen und Füßen in eine musikalische Schublade gesteckt zu werden. Zu dieser Kategorie gehört auch der in Deutschland geborene afrikanischstämmige Patrice, der zwar als grundsätzliche Genrezuordnung Reggae zugewiesen bekommt, aber er packt viel mehr in seine Musik: Folkpop, Ska, Blues und afrikanischen Elemente sind die verwendeten Zutaten des Songwriters, der zwischen New York und Kerpen pendelt, die er immer wieder einsetzt.

Der renommierte Produzent Commissioner Gordon (Amy Winehouse, Lauryn Hill, Alicia Keys) unterstützte ihn bei seinem vierten Album und Patrice Barth-Williams war sehr zufrieden mit dieser Wahl. Patrices Lebensgefährtin Ayo trägt als Duettpartnerin bei „Same ol'story“ auch ihren Teil zum neuen Werk bei und der talentierte Seun Kuti, der sich dem Afrobeat verschrieben hat, gibt als einziger Gast seine Visitenkarte bei Patrice ab. Der erste Song des Albums ist gleichzeitig die erste Single des Longplayers: „Clouds“ entführt den Hörer mit einem dermaßen eingängigen Folkpop in ein musikalisches Traumland, wo die so unverschämt unvergesslich klingende Melodie und das hohe Timbre von Patrice nahezu genial verknüpft werden. Auch die folgenden Tracks pendeln zwischen den Genres, wobei der Reggae keinesfalls vernachlässigt wird. „Dove of peace“ besitzt diesen Groove, der einem das entspannte Sommergefühl hörbar nahe bringt. Die Zusammenarbeit mit Freundin Ayo, „Same ol'story“, plätschert sehr sanftmütig dahin, die akustische Gitarre von Patrice dominiert dabei die Melodie.

„No screwface“ vereinigt afrikanische Klänge mit Reggaevibes inklusive den typischen jamaikanischen Trompeten. „Appreci-luv“ fällt dann wegen seinem Popmusik-Appeal aus dem erwähnten Rahmen, die Gute-Laune-Nummer steht dem 29jährigen aber ausgezeichnet. Den würdigen Anschluss setzt dann die Ballade „Speeding into the dark“, die voller emotionalem Gesang und mit (künstlichen) Drums, Keyboards sowie dem Bass ein richtigen Singer/Songwriter-Track hervorbringt, der das eingangs erwähnte Vorhaben von Patrice, Genregrenzen zu sprengen, zum Erfolg führt. Man darf also dankbar sein, dass es solchen Künstler gibt, die sich immer etwas neues einfallen lassen, doch offenbaren einige Tracks im Mittelteil der CD kleine Schwächen - das heißt, sie entspannen einen zu sehr- die nicht verschwiegen werden sollen, aber der Gesamteindruck führt zu einer eindeutig überdurchschnittlichen Bewertung.

Anspieltipps:

  • Clouds
  • Dove of peace
  • Appreci-luv
  • Speeding into the dark

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