Moonspell - Night Eternal - Cover
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Moonspell Night Eternal


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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Moonspell - Night Eternal
10 1 7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!


Das neueste Moonspell-Werk ist bis auf einige kleinere Schnitzer wirklich gut gelungen.

19 Jahre sind mittlerweile seit der Gründung der Band um Sänger Fernando Ribeiro vergangen. Trotz allem sind die Jungs nach wie vor nicht müde geworden und veröffentlichen nun ihren mittlerweile 9. Longplayer. Nachdem sie im letzten Jahr ihre beiden ersten produzierten EPs neu aufgenommen haben und auf dem Album „Under Satanae“ zusammenfassten, ging es im Anschluss auf eine größere Europatournee. Die Neuaufnahmen der alten Songs sorgte, wie die Band selbst beschreibt, für ein „Wiederentdecken der Wurzeln von Moonspell“. Anfang des Jahres ging es dann ins Studio, um eben genau diese Stimmung einzufangen.

Also schwarze Lederkluft aus dem Schrank geholt und CD eingelegt, es kann losgehen. Ein langes ruhiges Intro im Opener, versehen mit Streichern und Keyboardklängen sorgt für einen unermesslichen Spannungsaufbau. Dann aber endlich nimmt das Schlagzeug an Fahrt auf, wenige Sekunden später ist es klar: „At tragic heights“ ist ein Einstieg, wie man ihn sich nicht hätte besser vorstellen können. Ribeiros aggressive, düstere Stimme gepaart mit dem schnellen Schlagzeug von Mike Gaspar und den Keyboard-und Gitarrenparts von Pedro Paixao und Ricardo Amorim machen schlagartig wieder klar, warum Moonspell die wohl bekannteste Band aus Portugal sind. Vor allem die häufig wechselnden Rhythmen lassen diesen 6½ Minuten langen Song zu keinem Zeitpunkt eintönig, geschweige denn langweilig wirken. Der Namensgeber lässt dann die Zügel etwas lockerer und hält sich vor allem tempomäßig etwas zurück, was aber nicht heißen soll, dass die Double-Base nicht zum Einsatz kommt. Noch dazu finden sich in dem Song wunderbar eingebettete Gitarrensoli, die viel zum Wiedererkennungswert des Titels beitragen.

„Shadow sun“ beginnt noch verhaltener. Die wollen doch aber nicht etwa dieses Tempo im gesamten Song beibehalten? Eine Minute später ist klar, dass sie nicht etwa ruhiger sein wollen, sondern stattdessen sehr langsame mit extrem schnellen Passagen verschmelzen. In „Scorpion flower“ weichen nun die harten Riffs sanfteren, fast schon zu Pop-lastigen Klängen. Für diesen Titel konnte die Band zwar Anneke von Giersbergen als Gastsängerin gewinnen, alles in allem ist der Titel jedoch etwas zu sehr auf die Pop-Schiene abgedriftet. „Moon in mercury“ macht dann jedoch alles wieder gut und lässt die Frage aufkommen, ob man das Wörtchen „Moon“ eigentlich noch tiefer und angsteinflößender zum Besten geben kann, als es Herr Ribeiro macht.

Bei „Hers the twilight“ fällt es sofort auf: Da ist doch ein Bass zu hören! Richtig, denn wie auch schon auf „The Antidote“ spielt Niklas Etelavuori selbiges Instrument ein. Und das macht er nicht schlecht, im Gegenteil, so bekommen die Songs ein unglaublich gutes Fundament. Das sich anschließende „Dreamless“ bietet langsame äußerst melodische Klänge und eine schöne cleane Stimme, trotz dessen schleppt sich der Song leider dahin und leidet an dem hier zu geringen musikalischen Einfallsreichtum der Portugiesen. Auch wenn „Spring of rage“ zu Beginn mit klarer Stimme daherkommt, gewinnt der Song im Laufe des Songs an Fahrt und stellt somit eine wirklich gelungene Verschmelzung von melodiösen und härteren Stilelementen dar. „First light“ bietet zum Abschluss einen Midtempo-Song in welchem man noch einmal alle bedeutenden Stilelemente der Platte zusammengefasst findet.

Das neueste Moonspell-Werk ist bis auf die angesprochenen kleineren Schnitzer wirklich gut gelungen. Die auf „Memorial“ begonnene härtere Ausrichtung der Songs wird konsequent fortgesetzt und lediglich durch wenige ruhigere Elemente ergänzt, die allerdings meist gut eingebettet wurden. Nur fragt man sich die ganze Zeit, ob die hier gehörte Scheibe überhaupt noch als Gothic bezeichnet werden kann. Denn vor allem Black-und Death-Metal-Einflüsse lassen sich nicht abstreiten. Ein Vorschlag: Man sollte diese Richtung einfach Moonspell-Metal nennen, verdient hätten es die 4 Portugiesen auf jeden Fall. Portugal rockt!

Anspieltipps:

  • At tragic heights
  • Night eternal
  • Hers the twilight
  • first light

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