James (U.K.) - Hey Ma - Cover
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James (U.K.) Hey Ma


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine grandiose Hitquote bei nur einem kleinen Ausfall = ein im doppelten Sinn unerwartetes wie starkes Comeback.

Das klingt jetzt vielleicht etwas uncharmant, aber James sind so etwas wie die Urväter des BritPop. Und kleine Skandalnudeln dazu. Sie waren bereits beerdigt, doch jetzt sind sie wieder da – und das besser denn je!

1981 in Manchester gegründet, galten James schon früh in ihrer Laufbahn als „The next big Thing“. Doch lange Zeit kam die Band nicht richtig ins Rollen. Erst 1986 veröffentlichte man mit „Sutter“ das Debütalbum über Sire Records. Doch das Chaos wurde weiterhin von James angezogen wie die Motten vom Licht. Endlose Querelen mit den verschiedensten Plattenfirmen, Drogenprobleme, Prügeleien auf der Bühne, häufige Besetzungswechsel (kein Wunder...) und Steuerschulden ziehen sich wie ein Roter Faden durch eine aufregende Karriere, die vor sieben Jahre zu Ende schien. Denn im Juni 2001 erschien das vorerst letzte, von Brian Eno produzierte Studioalbum „Pleased To Meet You“. Eine letzte Tour im alten Line Up ging im Dezember 2001 in England über die Bühnen. Danach war Schluss und die Hoffnungen auf eine Reunion mehr als mau.

Im Januar 2007 gab die Band bekannt, dass sie sich reformiert und neues Material hat. Kurz darauf wurde eine UK-Tour mit der Besetzung von 1993 angekündigt sowie das Best-Of-Album „Fresh As A Daisy: The Singles“ (04/2007) in die Läden gestellt. Und nun sind James mit elf nagelneuen Songs und ihrem zehnten Studioalbum zurück. Eingespielt im legendären Line-up, bestehend aus Tim Booth (Gesang), Larry Gott (Gitarre), Saul Davies (Gitarre, Violine), Jim Glennie (Bass), Mark Hunter (Keyboards), David Baynton-Power (Drums) sowie Andy Diagram (Trompete), sind den Jungs aus Manchester mindestens ein halbes Dutzend herausragende Songs eingefallen, die zu den besten ihrer Karriere zählen.

Mit einem durch und durch britischen Breitwand-Sound, so als hätten wir noch immer 1995 und Oasis und Blur kloppen sich um den Pop-Thron im vereinigten Königreich, legen James von Beginn an die Messlatte in höchste Regionen und feuern eine traumhafte Melodie nach der anderen ab. Liegt es daran, dass die Band bei den Aufnahmen auf dem platten Land in Frankreich keinen Druck spürte, weil sie wieder mal ohne Plattenvertrag dastand, oder niemand mehr mit ihr rechnete? Man weiß es nicht. Die Band hat jedenfalls nichts zu verlieren, die Kreativität kennt dadurch keine Grenzen und die Dramaturgie des Albums ist wohl durchdacht.

Angefangen beim Opener „Bubbles“, der sich Stück für Stück steigert und in eine ganz große Pop-Hymne mündet, über das furiose „Hey ma“, das mit seinem bitterbösen Text kaum Chancen hat, im Radio gespielt zu werden („Hey ma! The boys in the body bags are coming home in pieces“), feine Singalongs („Waterfall”) und Rocksongs („Oh my heart”, „Whiteboy”) bis hin zu epischen Meisterwerken („Boom bbom”, „Semaphore”, „I wanna go home”) und einem würdigen Finale aus den beiden hochemotionalen Tracks „Of monsters & heroes & men“ und „I wanna go home”. Das ergibt eine grandiose Hitquote bei nur einem kleinen Ausfall („72”) und ein im doppelten Sinn unerwartetes wie starkes Comeback.

Anspieltipps:

  • Hey ma
  • Bubbles
  • Waterfall
  • Whiteboy
  • Boom boom
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