Bellavista - Bellavista - Cover
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Bellavista Bellavista


  • Label: KNTRST/Universal
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mitte/Ende der Neunziger startete eine Band aus San Francisco, die als Vue firmierte und zu der Zeit des Hypes um „The“-Bands bereits beachtlichen Erfolg hatte, was sich auch in Touren mit Franz Ferdinand und Hot Hot Heat äußerte, von dem Supportslot für die Rolling Stones mal ganz abgesehen. Das ist alles schon ein wenig her, doch die drei verbliebenen Bandmitglieder aus Vue-Zeiten haben sich nun als Bellavista zusammengetan und präsentieren ihr Debütalbum, pünktlich zur Tour mit ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead. Rex Shelverton (Gesang, Gitarre), Jeremy Bringetto (Bass) sowie Cary LaScala (Schlagzeug) hatten bereits 2005 an neuen Songs gearbeitet, die nach dem Ende von Vue nahezu fließend den Start von Bellavista einläuteten, und das energische Debüt selbstbewusst im Alleingang produziert. Selbstbewusst können die drei Herren auch sein, denn trotz spärlicher Instrumentierung schaffen sie es, ein hohes Maß an Dringlichkeit an den Tag zu legen.

Da brechen beim Opener „River Of Lust“ zwischenzeitlich Gitarren-Salven über den Hörer herein und die Drums poltern so lustvoll, wie im Titel angedeutet. In den reduzierten Momenten des Tracks, die nur von bedrohlichen Schlagzeug-Rhythmen getragen werden, kommt die Stimme von Rex Shelverton in seiner verzweifelten, fragilen Art bestens zur Geltung, während sie sich auch bei den lauteren Momenten behaupten kann und angenehm aggressiver wird. Auch wenn die Intensität vom Auftakt bei den folgenden Songs einem höheren Pop-Anteil weicht, bleibt es höchst ansprechend, wie zum Beispiel das karge, leichten Country-Zügen zuzwinkernde „Put It On“ zeigt, welches erneut viel Kraft aus der eindringlichen Tonlage von Rex zieht. Virtuose Rhythmen und Noise-Gitarren, die sich mit zurückhaltenden Passagen abwechseln, sind das Herzstück von „Bellavista“ und lassen vielleicht den Eindruck zu, dass es manchmal arg kompliziert in den Songstrukturen wird. Dem wird jedoch ausreichend vorgebeugt, was für die Gesamtwirkung positiv ist und dem Pop-Faktor zu verdanken ist, der jedoch nie den knarzigen Indie-Status verlässt.

„Divided We Suffer“ lässt ausufernde, ins Mark gehende Gitarren-Läufe schillernd erklingen und hat hymnische Fähigkeiten, wie ein Großteil des gelungenen Debütalbums auch. Dabei ergeben sich wunderbare Disharmonien, welche von köstlichen Melodien abgelöst werden und eine Schnittmenge erzeugen, die immer wieder die Repeat-Taste betätigen lässt. Ein Debüt, das die Fähigkeiten des Trios unterstreicht und die gesammelte Erfahrung als Vue idealerweise gleich mit verarbeitet. Wer auf herrlich unmoderne, überzeugende Indie-Songs steht und eine gute Portion Melancholie sowie stilvoll eingestreute Lärm-Attacken mag, sollte mehr als ein Ohr riskieren!

Anspieltipps:

  • River Of Lust
  • Mystic Son
  • Divided We Suffer
  • Take Me With You

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