Paula - So Wie Jetzt - Cover
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Paula So Wie Jetzt


  • Label: Exzess Berlin/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es fehlt manchmal die beständige Dringlichkeit und ein paar Kanten mehr könnten der Haltbarkeit der Musik von Paula gut tun.

Paula aus Berlin machen seit Ende der Neunziger stilvolle Popmusik, die sich elektronisch bereichert und vor allem hochmelodisch ins Ohr geht sowie von einer nicht unwesentlichen Sehnsucht getragen wird. Die Zusammenarbeit von Berend Intelmann und Elke Brauweiler, die später Paula ergab, wurde bei einem Pet-Shop-Boys-Konzert in London besiegelt und sollte vor allem 2000 mit dem Überhit „Als Es Passierte“ für Furore sorgen. „Warum Berlin“ (2002) prägte als vielseitig gelobter Longplayer die Berliner Musikszene, um doch schon im Titel diesen Hype zu hinterfragen und wieder auf den Boden der musikalischen Tatsachen zurückzubringen. Es folgte „Ruhig Blut“ im Jahre 2005 und ein Jahr später ein Solo-Album von Elke Brauweiler, welches Coverversionen von französischen Songs (u. a. Serge Gainsbourg und Myléne Farmer) enthielt.

2008 steht nun wieder ganz im Zeichen von Paula, was das neue Werk „So Wie Jetzt“ und eine Tournee beweisen. Viele Neuerungen sind im eleganten Electro-Pop der Berliner nicht zu finden, dafür aber nach wie vor ein tolles Gespür für feingliedrige, eingängige Melodien und liebevolle Texte. Da streichelt einem das Klavier beim Opener „Zurück An Den Anfang“ die Wangen und tut der einsetzende Beat einiges, um antreibend den Tag zu eröffnen. Auch wenn die Tanzbarkeit stark hervortritt, sind es auch die Spielereien, wie Klavier-Untermalung und Percussions, die neben der erobernden Stimme Brauweilers das Herz erreichen. Glockenspiel und organisch anmutende Drums, die von Handclaps umrandet werden, verzieren das Midtempo-Stück „Warum Hab´ Ich Solange Gewartet“ und lassen es genauso sonnengereift und positiv energisch erscheinen, wie der Rest des durchgehend lieblichen Longplayers.

Es fehlt manchmal die beständige Dringlichkeit und ein paar Kanten mehr könnten der Haltbarkeit der Musik von Paula gut tun, doch das war und wird nie das Ziel der Berliner sein, was Segen wie Fluch gleichermaßen ist. Einerseits gibt es nur wenige Bands, die so zuckersüß und einschmeichelnd verzaubern und andererseits hat man doch relativ schnell erst einmal genug vom bedingungslosen Angriff der Glückshormone.

Anspieltipps:

  • Zurück An Den Anfang
  • So Wie Jetzt
  • Entscheide Dich!

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