Tunes Of Dawn - Of Tragedies In The Morning And Solutions In The Evening - Cover
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Tunes Of Dawn Of Tragedies In The Morning And Solutions In The Evening


  • Label: Plainsong/ALIVE
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach zwei Jahren Abstinenz von deutschen Bühnen und dem Werkeln an neuen Songs, erscheint er nun endlich der zweite Longplayer aus dem Hause der Berliner Gothic-Metal-Band nach dem bei vielen Fans der Szene gut angenommenen Debüt „How is this going to end“. Viel hatten sich die vier Berliner für ihr neustes Werk vorgenommen, es sollte ausdrucksvoller sein, harmonischer und ausgeglichener. Textlich setzen sich „T.O.D.“ erneut mit den wahrscheinlich größten Kontroversen der Welt auseinander: Liebe und Tod. Dabei legen sie diesmal ein noch stärkeres Augenmerk auf größtmögliche Komplexität der Themenbereiche.

„Fall“, der Opener des aktuellen Werkes, hätte so durchaus auch auf dem Debüt sein können und stellt somit einen sehr guten Einstieg in die CD dar. Musikalisch irgendwo in der Gothic-Ecke zwischen Nightwish, HIM und man höre und staune Depeche Mode anzusiedeln, bietet der Titel einen melodischen Refrain gepaart mit einer rockig daherkommenden Strophe. Das folgende „One mornings tragedy“ unterstreicht vor allem die herausragende Leistung von Hagen Schneevoigt. Das in tiefen Frequenzen mit Ville Valo vergleichbare, in höheren Stimmlagen mit Depeche-Mode-Frontmann Dave Gahan zum verwechseln ähnlich klingende Organ des Sängers bietet einfach das komplette Spektrum das man sich bei dieser Art von Musik wünscht. „C.A.T.Y.A.“ schlägt im Anschluss mehr den Weg in Richtung Klassik ein, verantwortlich hierfür vor allem Keyboarder Gunter Buchau, der seine Arbeit wieder einmal wirklich brillant macht. Einer der absoluten Highlights des Albums folgt gleich im Anschluss: „An untitled drawing of a girl“ ist von vorn bis hinten ein wahrlicher Genuss für die Ohren. Zu Beginn hart daherkommend, weist der Song im weiteren Verlauf Ohrwurmqualitäten auf, die seinesgleichen auf dem Album sucht, allerdings ohne dabei in irgendeiner Art und Weise zu popig zu wirken.

„I’m so goth, I shit bats“ lädt auf der einen Seite aufgrund des Namens zum Schmunzeln ein, zum anderen ist es eine Überleitung zum darauffolgenden „Vampire’s journal“. Allerdings schleppt sich der eigentliche Song dermaßen dahin, dass man sich die ganze Zeit fragt, wann es endlich ein Ende nimmt. Verantwortlich dafür ist die einfach zu geringe Abwechslung in der Melodiestruktur des Stückes. Bei einer Dauer von über sechs Minuten darf der Hörer schon einen höheren Grad an Strukturwechseln erwarten, als den einen pro Minute. Auch das darauffolgende „A love ends suicide“ ist musikalisch absolut belanglos, schade vor allem um den sehr anspruchsvollen Text. Dann kommt jedoch „Motorcycle baby“ und man stellt sich die Frage, was plötzlich passiert ist. Denn nun werden einem Shout-Vocals nur so um die Ohren geschmissen. Jedoch machen das die Jungs so gut, indem sie diese zwar mit schnelleren Riffs paaren, dabei allerdings weiterhin so viel Wert auf die Eingliederung in ihren Gothic-Stil legen, dass man diesen Ausflug mehr als nur verzeihen mag.

Zusammengefasst findet man sehr viel Positives auf dem neuesten Werk der Berliner. Nur leider weist die Scheibe eben auch einen negativen Beigeschmack auf, gibt es doch immer wieder Stellen, die zu unausgegoren daherkommen, was bei einer so langen Produktionszeit unakzeptabel ist. Ein weiteres No-Go ist die geklaute Passage aus „Billie Jean“ am Anfang von „Death is beatiful“, die vor allem noch dazu schwach integriert wurde. Es ist nicht alles schlecht was man auf dem neusten Werk von Tunes of Dawn findet, wirklich begeistern können einen die Jungs allerdings leider auch nicht. Schade!

Anspieltipps:

  • Fall
  • An untitled drawing of a girl
  • Motorcycle baby

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