More Than Crossed - Two Faced - Cover
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More Than Crossed Two Faced


  • Label: Plainsong/ALIVE
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Two Faced“ legen More Than Crossed aus Berlin ihr Albumdebüt vor. Geboten wird eingängiger Emo-Pop-Rock der zumeist unspektakulären Sorte, wobei die Band ohne Übertreibung teilweise bis zur Unterkante Scheitelspitze in der Klischeetonne steckt. Vielleicht hat „Two Faced“ aber gerade deswegen einen gewissen Unterhaltungsfaktor zu bieten. Könnte also alles schlimmer sein.

Den ersten Schockmoment hat jedenfalls das Cover zu bieten: Wo Gothicmädchen verdrogt geschminkt mächtig verpeilt in die Linse glotzen, da kann der Rezensent schon mal gute Nacht sagen. Das Messer hätte jedenfalls Herrn Dundee alle Ehre gemacht. Voll evil, ey! Aber wenden wir uns doch den Songs zu. Hinter der Oberfläche verbirgt sich nämlich zugegebenermaßen der eine oder andere Anwärter auf einen kleinen Szene-Hit. So rockt z. B. „Not Looking Back“ recht ordentlich nach vorne und man ertappt sich irgendwie beim Gutfinden. Obwohl der Gesang doch bei aller Liebe zu affektiert rüberkommt und die Texte auch nur bedingt tiefschürfend sind. Aber More Than Crossed wirken dabei immer wie sympathische Überzeugungstäter. Und zumindest dagegen ist wahrlich nichts einzuwenden. Gegen viele Songs, die allenfalls Durchschnittsware darstellen, dagegen schon eher.

Als Highlight Erwähnung finden muss aber auf jeden Fall noch „Broken Paradise“. Obwohl gnadenlos schnulzig und auf den ersten Blick fast abgeschmackt wirkend, entfaltet der Song einen Zauber. Der schmale Grad zwischen peinlich-seicht und großem Pop wird hier von More Than Crossed ziemlich gekonnt beschritten. Das ist wirklich ein potenzieller Radio-Hit, für den man sich nicht schämen muss. Auch der härteste Rocker braucht mal was fürs Herz. Danke dafür.

Anspieltipps:

  • Not Looking Back
  • Broken Paradise

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