Bap - Radio Pandora (Unplugged) - Cover
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Bap Radio Pandora (Unplugged)


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 70 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch dieser neuerliche Dylan-Exkurs ist eine feine Sache.

Zwei getrennte Studioalben an ein und demselben Tag herauszubringen ist eine nette, wenn auch keine neue Idee. Vorgemacht haben es u.a. die US-Kollegen Bruce Springsteen, Guns ’N Roses und Nelly. Die Kölner Rockband Bap tritt nun, im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens, ebenfalls in die Fußstapfen dieser Idee, indem sie von ihrem neuen Werk „Radio Pandora“ eine elektrische („Plugged“) und eine akustische („Unplugged“) Version mit leicht unterschiedlicher Tracklisten (insgesamt acht Songs tauchen jeweils auf beiden CDs auf) auf den Markt bringt. Dass der Spaß ganz nebenbei auch noch dazu führt, dass „Radio Pandora“ bei der Ermittlung der Chartplatzierung gleich doppelt gezählt wird – denn jeder Bap-Fan kauft zweifelsfrei beide CDs – ist mehr als ein schöner Nebeneffekt.

Mit dem akustischen Gegenstück zum „Radio Pandora”-Album gibt es für den Hörer noch mal sechs zusätzliche Songs im Vergleich zur elektrischen Ausgabe. Davon gefallen besonders „Senor“, „Magdalena (weil Maria hatt ich schon)“ und „Dä letzte Winter em letzte Kreech“. Schön ist auch, dass Stücke, die auf der „Plugged“-Scheibe nicht ganz so gut funktionieren, wie z.B. „Morje fröh doheim“, „Kron oder Turban“, „Hühr zo, Pandora“ und „Prädestiniert“, als Unplugged-Versionen nun viel besser ins Ohr gehen. Erstaunlich, was ein anderes Arrangement alles ausmachen kann.

Aber auch Songs, die schon unter Strom sehr gelungen sind („Frankie un er“, „Songs sinn Dräume“, „Wa’ss loss met dä Stadt“, „Noh Gulu“), bieten in den abgespeckten Interpretationen weitere Anreize, was ganz einfach auf das Konto der andersartigen Instrumentierung geht. Da hört man dann Banjo, Pedal Steel Gitarre, Geige, Bratsche, und Mandoline – und es passt ganz wunderbar. Und zwar so gut, dass sich Niedecken und Co. am Ende doch noch einen Bob-Dylan-Song vornehmen. „Every grain of sand“ wird eingekölscht zu „Jed Körnche Sand“. Und weil Wolfgang Niedecken das nicht zum ersten Mal macht (Vergleiche: „Leopardefell“, 1995), ist auch dieser neuerliche Dylan-Exkurs eine feine Sache – genau wie das gesamte Konzept von „Radio Pandora“.

Anspieltipps:

  • Senor
  • Noh Gulu
  • Frankie un er
  • Morje fröh doheim
  • Jed Körnche Sand
  • Magdalena (weil Maria hatt ich schon)
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