Estelle - Shine - Cover
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Estelle Shine


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz des Riesenaufgebots an Stars und potenziellen Hit-Songschreibern wirkt „Shine“ nicht zerrissen oder unpersönlich.

Die aus London stammende Fanta Estelle Swaray (Tochter einer senegalesischen Mutter und eines Vaters aus Grenada) ist ein wahres Multitalent und geschäftstüchtig wie keine Zweite. Mit ihren gerade mal 28 Jahren betreibt sie ein eigenes Plattenlabel, sie produziert andere Künstler, schreibt Songs und hat eine erfolgreiche Solokarriere als Soulsängerin. 2004 erschien ihr erstes Studioalbum „The 18th Day“, das sich ebenso wie die drei Singleauskopplungen in den UK Top 40 platzierte.

Vier Jahre später – für einen Newcomer eigentlich eine viel zu lange Zeit zwischen zwei Alben – erscheint mit „Shine“ Album Nummer zwei. Und dieses kann sich wirklich sehen bzw. hören lassen. Im Gegensatz zu ihrem Debüt, auf dem Estelle so gut wie alles in Eigenregie gemacht hat, kann die 28-Jährige auf tatkräftige Unterstützung aus der Beletage des HipHop und R&B zurückgreifen. Sie folgte dem Ruf von Megastar John Legend nach New York, der „Shine“ als Debüt-Release auf seinem Label Homeschool Records (im Vertrieb von Warner Music) herausbringt und natürlich auch als Musiker sowie Executive Producer beteiligt ist. Weitere Gaststars und Helferlein sind Will.I.Am, Wyclef Jean, Kanye West, Swizz Beatz, Mark Ronson und Cee-Lo.

Trotz des Riesenaufgebots an Stars und potenziellen Hit-Songschreibern wirkt „Shine“ nicht zerrissen oder unpersönlich. Es ist immer noch dieselbe Estelle von früher, die mit ihrem Organ begeistern kann (John Legend: „Sie hat eine eigene Stimme, anders als alle anderen Stimmen im Mainstream, und sie hat es wirklich drauf, Songs zu schreiben. Ihr Lyrics sind hip und haben unvergessliche Melodien“) und auf abwechslungsreiches Songmaterial setzt. Verquasten Langweiler-R&B, wie wir ihn leider so häufig vorgesetzt bekommen, sucht der Hörer auf diesem Album zum Glück vergebens. Das gesamte Album wirkt frisch und sommerlich leicht. Es verknüpft Karibische Vibes mit HipHop, Rap, Soul, Reggae, Funk und R&B, aber anders, als es der Hörer zu kennen glaubt. Das ist noch am ehesten mit der guten Lauryn Hill (Ex-The Fugees) zu vergleichen, wenn diese endlich ihr seit gefühlten zehn Jahren angekündigtes zweites Studioalbum auf den Markt bringen würde.

Bereits der Opener, die erste Singleauskopplung „Wait a minute (just a touch)“, zeigt, wie man aus einem scheinbar dominierenden Sample (in diesem Fall die Bläsersektion von Screamin’ Jay Hawkins „I put a spell on you“) ein eigenständiges Stück Musik bauen kann. Und wer sich „No substitute love“ anhört und meint, Teile der Melodie irgendwoher zu kennen, hat recht. Hier wird (unter anderem) der George-Michael-Hit „Faith“ äußerst geschickt eingewoben. Dass es aber auch ohne Samples hervorragend funktioniert, zeigt die Kanye West/Will.I.Am-Nummer „American boy“. Hier ist allein der coole Rap-Part von Kanye das Geld wert. Weitere Highlights sind „More than friends”, „Come over” und „Pretty please (love me)”, während Füllmaterial kaum vorhanden ist. Maximal zwei Songs („Magnificent“ und „Back in love“) fallen etwas ab. Das ist eine herausragende Quote und die Tauglichkeitsbescheinigung für „Shine“ als 1A-Sommeralbum!

Anspieltipps:

  • Come over
  • American boy
  • No substitute love
  • More than friends
  • Pretty please (love me)
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