Martha Wainwright - I Know You´re Married But I´ve Got Feelings Too - Cover
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Martha Wainwright I Know You´re Married But I´ve Got Feelings Too


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein wenig Geduld und ein offenes Ohr für neue musikalische Wege benötigt man als Hörer schon, aber es lohnt sich, die Musikwelt der Martha Wainwright zu betreten.

Nachdem der Produzent Brad Albetta mit Sängerin und Songwriterin Martha Wainwright ihr gleichnamiges Debüt aufnahm, entwickelte sich die Geschichte in eine unerwartete Richtung: Mittlerweile sind die beiden nämlich verheiratet, was sie aber nicht von der Aufnahme eines zweiten Longplayers abhalten konnte. Auch Starproduzent Martin Terefe (a-ha, KT Tunstall, James Morrison) und Tore Johansson (The Cardigans, New Order, Franz Ferdinand) wurden dazu gebeten und natürlich mischt der große Bruder Rufus Wainwright ebenfalls mit. Der Rest der sehr musikalischen Familie Wainwright/McGarrigle ließ sich ebenso nicht lange bitten und so entstanden in Kopenhagen, New York und London dreizehn neue Songs.

Martha Wainwright besitzt also nachweislich gute Beziehungen in der Musikwelt, denn kein Geringerer als The-Who-Gitarrist Pete Townshend bearbeitet bei zwei Songs seine Saiten. Es ist ein durchaus spannendes Vergnügen, Martha Wainwright zu lauschen, denn neben einer wandlungsfähigen und ausdrucksstarken Stimme überzeugen auch die instrumentenreichen Arrangements mit vielen Tempowechseln und meist sehr hymnischen Refrains. Dabei gibt es durchaus ungewöhnliches zu hören, denn ihre Stimme schwingt sich ab und an in ziemlich schwindelerregende Höhen, man lausche „Tower Song“, und die Kategorie Folkpop passt selten, zu sehr tobt sich Martha musikalisch aus. Sie bekommt aber immer die Kurve und überrascht dann wieder mit sanften Tönen, die sie sehr eindringlich performt und die absolut beeindrucken: „Hearts Club Band“ beweist das.

Der einzige fremde Song ist das Pink-Floyd-Cover „See Emily play“, welcher in der Wainwright-Version als eine ziemlich eingängige und geglättete Version daherkommt, die von den Frauenstimmen dominiert wird und einen gewissen Charme besitzt, der aber mit dem Original wenig zu tun hat. Wainwright komponiert keine Musik zum nebenbei hören, die Tracks prägen sich trotz oder gerade wegen ihrer Seltsamkeit nach mehrmaligem Hören gut ein. Die Stimmfarbe und auch die Songs erinnern schon an die junge Kate Bush und das ist ja nicht der schlechteste Vergleich.

Ein wenig Geduld und ein offenes Ohr für neue musikalische Wege benötigt man als Hörer schon, aber es lohnt sich, die Musikwelt der Martha Wainwright zu betreten. Einziger wirklicher Kritikpunkt scheint nur die etwas ziellose musikalische Ausrichtung zu sein, denn eine Musikrichtungskategorie findet man dafür wahrlich nicht, dieses Ziel verfolgt Frau Wainwright aber anscheinend mit voller Absicht.

Anspieltipps:

  • Bleeding All Over You
  • You Cheated Me
  • Hearts Club Band

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