Warrel Dane - Praises To The War Machine - Cover
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Warrel Dane Praises To The War Machine


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Warrel Dane, vielen bekannt als Frontsänger der Power-Metalband „Nevermore“, bringt nun endlich sein heiß ersehntes erstes Soloalbum heraus. Dabei findet man viele bekannte Mitwirkende: So ist z.B. Peter Wichers (ex-Soilwork) an Gitarre, Bass und als Produzent tätig. Am Schlagzeug tobt sich Dirk Verbeuren (Soilwork) aus und als weiteren Saitenquäler konnte Matt Wicklund (ex-Himsa) verpflichtet werden. Für sein Solowerk hatte sich Dane das Ziel gesetzt, den Wert nicht zu stark auf extra-virtuose komplexe Gitarrenparts zu legen, sondern stattdessen mehr auf eingängige Hooks und Melodien zu achten.

Der Opener „When we pray“ bedient allerdings genau die Zielgruppe von „Nevermore“. Danes fantastisches Organ kommt sofort richtig zur Geltung, seien es tiefere Gesangsparts im der Strophe, oder die hohen Vocals im Refrain, stimmlich klingt das einfach alles perfekt. Das im Anschluss erklingende Gitarrensolo harmoniert, im Übrigen wie auch bei den anderen Songs, perfekt mit der gesamten Melodiestruktur und bekommt dadurch nicht bloße Selbstzweckbedeutung. Auch „Messenger“ sticht in eine ähnliche Kerbe. „Obey“ hingegen würde man so wohl nie von seiner Hauptband hören. Psychedelisch-und gothicartig angehaucht schlägt er , allerdings in einer sehr überzeugenden Art, eine bisher von ihm ungekannte Richtung ein. Auch „Let it down“ hat einen ähnlichen Touch, wobei hier cleane Gitarren dominieren und das Augenmerk mehr auf die Psychedelic-Schiene gelegt wurde. Ein Höhepunkt des Werkes ist „Lucretia my reflection“ ein Sisters of Mercy-Cover, der in klassischer Heavy-Metal-Manier daherkommt und wirklich großartig umgesetzt wurde. Vor allem ruhigere Klänge findet man vermehrt auf dem Album. Das sollte nicht in irgendeiner Weise negativ verstanden werden.

„Your chosen misery“ etwa ist zwar streng genommen nicht mehr als Metal einzustufen, die Akustikgitarren harmonieren allerdings so gut mit Danes Stimme, dass man derartigen musikalischen Ausflügen nichts Negatives abgewinnen kann. Bei „This old man“ beweisen die beiden Gitarristen, wie gut sie es verstehen, unterschiedliche Gitarrenlinien miteinander zu verbinden und dabei wunderbar eingängige Melodieläufe zu erzeugen. „Equilibrium“ bildet den Abschluss des Albums und weist ein weiteres Mal vor allem tempomäßig starke Parallelen zu „Nevermore“ auf. Vermissen werden Fans seines Hauptprojektes sicherlich die sonst gewohnte Aggressivität und das meist höhere Tempo. Die Songs bringen allerdings seine Stimme perfekt zur Geltung. Und das ist es sicherlich auch, was man von einem Soloalbum erwartet: Das der Künstler seine Stärken gekonnt ausspielt, was Dane in einer absolut überzeugenden Art und Weise erledigt. Darüber hinaus waren die Texte von ihm noch nie so tiefgründig und persönlich wie auf diesem Album.

Obwohl alle Lieder aus der Feder von Ex-Soiwork-Gitarrist Wichers stammen, merkt man den Songs dies glücklicherweise nicht im Geringsten an. Das erklärte Ziel eingängigere Melodien zu produzieren, wurde voll erfüllt. Und trotz allem werden die „Nevermore“-Fans schon die Tage zählen, bis die Jungs endlich wieder zusammen im Studio sind und eine neue Platte fabrizieren. Bis dahin kann man sich allerdings mit diesem Werk die Zeit sehr gut vertreiben!

Anspieltipps:

  • Messenger
  • Lucretia my reflection
  • Let you down
  • This old man

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