Donna Summer - Crayons - Cover
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Donna Summer Crayons


  • Label: Burgundy/SonyBMG
  • Laufzeit: 57 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie oft stand dieser Satz schon am Beginn einer Musikkritik und war stets zutreffend: „Nach etlichen Jahren Abwesenheit will es Künstler X noch einmal wissen.“ Bei Donna Summer muss die Einleitung jedoch anders lauten: „Was will uns die Disco/Soul-Ikone 17 Jahre nach ihrem letzten Album „Mistaken identity“ noch beweisen?“ Dass sie singen kann und den unterschiedlichsten Stilrichtungen ihren Stempel aufgedrückt hat, weiß jeder, der einmal „Hot stuff“ im heimischen Radio vernehmen durfte und anschließend die energiegeladene, stimmliche Performance der Dame nicht aus dem Kopf bekommen hat. Wieso also „Crayons“?

Summers Organ ist zwar wie in der Disco-Ära der 70er über jeden Zweifel erhaben und vollführt einen ständigen Spagat aus lasziver Vollblutmusikerin und raffinierten künstlerischen Ambitionen, wie z.B. das Country-durchflutete „Slide over backwards“ mit einer kratzigen Darbietung oder die soul-infizierte Ballade „Be myself again“ zeigen. Trotzdem begnügt sich Donna, die dieses Jahr noch ihren 60. Geburtstag feiert, nicht damit auf ihre allseits bekannten Qualitäten zu setzen, sondern lässt sich von einem halben Dutzend Produzenten und Songschreibern in fette Soundgewänder zwängen, die unterm Strich zwar etliche Singles abwerfen dürften, für einen Longplayer allerdings zu sprunghaft und unzusammenhängend präsentiert werden.

So stellt sich nach der knappen Stunde von „Crayons“ die Frage, ob der neueste Longplayer der Amerikanerin überhaupt als Donna Summer-Album angelegt war oder ob nicht doch alles was in den letzten Jahren in den Charts angesagt war unter einen Hut gebracht und auf Platte gepresst werden sollte. Nach dem fetzigen R&B-Auftakt mit „Stamp your feet“, dem an Destinys Child erinnernden „Mr.Music“ oder der Dancehall-Nummer „Crayons“ mit Ziggy Marley a la Rihanna, dürften schließlich einige berechtigte Zweifel aufkommen. Mit „Fame (The game)“ springt Frau Summer dann auf den Hip Hop/Rock-Zug von Timbaland auf, während „Sand on my feet“ eine astreiner Popsong mit Sommer-Touch ist, der in den mit kubanischen Rhythmen versetzten Dance-Track „Drivin´ down Brazil“ mündet, bis „I´m a fire“ wider Erwarten sieben Minuten lang den 70ern huldigt.

Um gegen die frisch gebackenen Stars der Branche nicht alt auszusehen, haben sich Greg Kurstin (Lily Allen, Pink), Danielle Brisebois (Natasha Bedingfield, New Radicals), JR Rotem (Britney Spears, Sean Kingston, Rihanna) Toby Gad (Hannah Montana, Fergie, Ricky Martin) und Lester Mendez (Shakira, Santana) ganz nebenbei noch dazu entschieden Frau Summers Stimme mehrmals durch diverse Verzerrer zu jagen und mit „It´s only love“ noch eine House-Nummer einzubauen. Angesichts diesem auf kommerzieller Ebene sicher lohnenswertem Comeback, kann man nur hoffen, dass es keinen Nachfolger zu „Crayons“ gibt, denn bei dieser schändlichen Anbiederung an den Zeitgeist, ist die x-te Best-Of-Zusammenstellung geradezu eine Wohltat.

Anspieltipps:

  • I´m A Fire
  • The Queen Is Back
  • Drivin´ Down Brazil

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