Gabriella Cilmi - Lessons To Be Learned - Cover
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Gabriella Cilmi Lessons To Be Learned


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Unterm Strich ist es fast egal, zu welcher Musik Gabriella Cilmi singt. Ihre Stimme ist unglaublich wandlungsfähig und drückt jedem Stil ihren eigenen Stempel auf.

Eine der bewiesenermaßen effektivsten Methoden, einen Newcomer bekannt zu machen, ist einen Song an die Werbung zu verkaufen. Das ist zwar für das Image nicht gerade das Beste und rangiert auf der Skala der Music-Biz-Schrecklichkeiten sogar noch vor der Teilnahme an einer Castingshow, endet aber hin und wieder in dem zweifelhaften Teilerfolg eines One-Hit-Wonders. „Was tun“, sprach Zeus: Einen Pakt mit dem Teufel eingehen oder sich ganz alleine durchbeißen?

Keine leichte Entscheidung, aber bei einer so jungen Künstlerin wie der erst 16jährigen Australierin Gabriella Cilmi durchaus einen Versuch wert. Und so ist Gabriellas Song „Sweet about me“ letztendlich in der TV-Werbung für ein Deodorant zu hören, genau den Effekt auslösend, den sich ihre Plattenfirma erhofft hatte: Nicht der Duftstoff regt das Interesse an, sondern die Musik im Spot. Und diese fällt in der Tat auf, denn es handelt sich um einen luftigen Popsong, der exakt in die Kerbe des angesagten 60s-Soul-Revival schlägt. Und genau wie bei den Vorreiterinnen Amy Winehouse, Adele und Duffy fällt sofort die unglaubliche Stimme der Sängerin auf. Einerseits noch sehr jung, aber bereits mit sehr viel Power und Tiefe ausgestattet, würde man niemals auf einen Teenager tippen, der hier singt. Es klingt vielmehr, als würde Fräulein Cilmi mit Whisky gurgeln. Oder liegt es daran, dass Gabriellas Großvater ihr täglich von seinem selbstangebauten Wein zu trinken gab?

Gabriella Cilmi wurde bereits mit 13 Jahren (!!) entdeckt, mit einem Majorvertrag bei Island Records ausgestattet und von ihrer Heimat Melbourne nach London, in die Stadt der Popmusik geholt. Dort arbeitete sie mit Brian Higgins (Dannii Minogue, Sugababes, Sophie Ellis-Bextor, Girls Aloud, Texas) an den Songs ihres Debütalbums „Lessons To Be Learned“, die sich tatsächlich ein bisschen an den aktuellen 60s-Soul-Trend hängen, aber dem extrem jungen Alter der Interpretin entsprechend eine gute Portion moderner ausfallen. So sind die Beats härter und die gesamte Instrumentierung fordernder und mehr in Richtung Dancefloor ausgerichtet („Save the lies“, „Echo beach“, „Don’t want to go to bed now“), was nach etwas Eingewöhnungszeit durchaus stimmig gelingt, schließlich hat Produzent Brian Higgins jede Menge Erfahrung mit Dance-Pop.

Unterm Strich ist es fast egal, zu welcher Musik Gabriella Cilmi singt. Ihre Stimme ist unglaublich wandlungsfähig und drückt jedem Stil (und davon werden auf „Lessons To Be Learned“ so einige ausprobiert) ihren eigenen Stempel auf. Allein bei dem Versuch würden sich neun von zehn Popsternchen rot vor Scham verabschieden. Trotzdem ist die Trend-Anbiederung zu offensichtlich („Cigarettes and lies“) und vor allem überflüssig – aber leider auch nicht zu verhindern. Eine so junge Künstlerin braucht eben noch Führung. Und die kann ihr nur von einem Produzenten und der Plattenfirma gegeben werden.

Anspieltipps:

  • Safer
  • Save the lies
  • Awkward game
  • Got no place to go
  • Don’t want to go to bed now

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