Sergio Mendes - Encanto - Cover
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Sergio Mendes Encanto


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Gut zwei Jahre nach „Timeless“ legt Sergio Mendes unerwartet schnell den Nachfolger „Encanto“ nach. Den auf „Timeless“ eingeschlagenen Weg geht Mendes dabei konsequent weiter. Wieder vertraut er auf die Hilfe einer illustren Gästeliste, die da keine Geringeren als Fergie, will.i.am, Juanes, Natalie Cole, Till Brönner und viele weitere mehr umfasst.

Großen Einfluss auf die Abmischung hatte einmal mehr will.i.am. Dem klassischen Bossa Nova, Samba und Jazz kehrt Mendes vermehrt den Rücken. In ihrer Reinform werden die genannten Musikstile vollends außen vor gelassen, allerdings sind sie relativ oberflächlich auf meist durchschnittliche radiotaugliche Poparrangements aufgesetzt, oder anders ausgedrückt ‚es ist ein Mix aus amerikanischen Mainstream und brasilianischen Gefühlen’. Mehr noch als auf „Timeless“ sind die HipHop-, Soul- und Elektroeinflüsse auf dem Album tonangebend.

Hatte sich Mendes mit seinen alten Alben noch seine eigene unverwechselbare Nische erschaffen, die durchaus mit Erfolg bedacht war, geht der Trend nun immer mehr in Richtung Mainstream und Eingängigkeit. Das mag an sich ja nichts schlechtes sein, nur ging so das Unverwechselbare an Mendes’ Sound verloren, der Einfluss will.i.am’s ist an allen Ecken und Enden zu hören, die jungen Hörer wollen schließlich gewonnen werden, mit mehr als einem Auge hat es Mendes dabei auf die Charts abgesehen.

Das beginnt mit dem Opener „The Look Of Love“ mit Fergie am Mikrophon und endet erst mit dem letzten Track „Y Vamos Ya (...Let’s Go)“, das in zweifacher Ausführung vorliegt. Schlecht ist das zwar alles nicht, sondern eher Easy-Listening auf passablem Niveau. Die einzigen, willkommenen Ausnahmen bilden dabei „Somewhere In The Hills (O Morro Tem Vez)“ mit Natalie Cole und Till Brönner, der gelungene Aufbau, der schöne Bläsereinsatz und nicht zuletzt der Gesang Natalie Coles und das Flügelhornsolo Till Brönners wissen vollends zu überzeugen. Ebenso gelungen ist das loungige „Dreamer“.

Ansonsten verbindet Mendes gekonnt luftig, locker typisch brasilianische Sounds mit sommerlichen Melodien und kräftigen Beats, das alles wird meist in einem Hip-Hop-Gewand serviert und bildet so den perfekten Soundtrack für sommerliche Cabriofahrten. Zu keinem Zeitpunkt mehr, aber auch nie weniger.

Anspieltipps:

  • Somewhere In The Hills (O Morro Tem Vez)
  • Dreamer

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