The Alpine - There´s Only So Much You Can Do - Cover
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The Alpine There´s Only So Much You Can Do


  • Label: Exzess Berlin/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die fünf Dänen von The Alpine lieben zeitlose Pop-Musik, die sich auch gern mal schillernd gibt und vor allem ideenreiche Melodien bereithält, die beim Hörer hängen bleiben. Für ihr zweites Album „There´s Only So Much You Can Do“ war es ihr Ziel, ein schmutziges, zeitloses Pop-Werk mit dem Herz am rechten Fleck zu kreieren, ohne dabei Kitsch zu produzieren. Zwischen Kopenhagen und Malibu pendelten die Songs, um so trotz der großen Entfernung zum amerikanischen Produzenten Clif Norrell (The Police, R.E.M., Weezer) einen direkten Kontakt zu wahren. Dass dieser Austausch wunderbar funktioniert hat, hört man dem Longplayer in jeder Minute an und lässt ihn so schnell nicht aus dem Ohr verschwinden, wenn einprägsame Harmonien auf eine dynamische, spielfreudige Instrumentierung treffen.

Beim beschwingten Opener „Maximize Me“ triumphiert das Piano und liebliche Gitarren-Rhythmen, die sich dank des hymnischen Refrains und mehrstimmigen Gesangs zu einer wahren Pop-Perle entwickeln. Die Rhythmen variieren gekonnt und so steht dem emotionalen Aufbruch nichts mehr im Wege. Im ruhigen, von einer Ukulele sowie Violine spielerisch verzierten „Killer Chorus“, welches mit dem Gesang der einzigen Dame in der Band (Ida Strand) glänzt, regiert dagegen der sanfte Hauch von Melancholie, den man zwischen den antreibenden Hits gut gebrauchen kann. Synthetischer und 80´er Disco-inspiriert folgt „Pushing 30“, das mystisch mit Beats, Glockenspiel und Mundharmonika-Ausbruch eine prägende Spielweise vorweist, auf der sich die Dänen bestens austoben können und dabei keineswegs in der Einbahnstraße mit Retro-Siegel stranden. Dafür sind sie einfach zu ausgefuchst und überraschen immer wieder mit außergewöhnlichen Einsätzen, wie eben die Mundharmonika im elektronisch orientierten „Pushing 30“ inklusive jeder Menge Hall auf der Stimme.

Auch Steel-Gitarre und das dazugehörige Countryflair fehlen nicht, was die Bandbreite nochmals erweitert und einen intelligenten Longplayer zu Folge hat. Glatte Pop-Exkurse mischen sich mit rockigen Riffs, Synthesizer-Einblendungen und Folk-Wohlklang, um vom vielseitigen, teils mehrstimmigen Gesang perfekt eingerahmt zu werden. The Alpine haben es raus, Ohrwürmer mit Langzeitwirkung zu produzieren und packen dabei keineswegs die Qualität des Songwritings hinter die Sehnsucht nach Radio-Airplay. So kann man sich ein Sommer-Album gefallen lassen, das es in sich hat, auch wenn es die etwas lieblose Cover-Version von „Total Eclipse Of The Heart“ nicht gebraucht hätte.

Anspieltipps:

  • Maximize Me
  • Killer Chorus
  • Ride Out Of Town
  • Black (But Only Until They Invent A Darker Colour)

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