White Williams - Smoke - Cover
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White Williams Smoke


  • Label: Domino/INDIGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Oh, Mann! Das ist wirklich eigenartiger Stoff. White Williams präsentiert auf seinem Debüt „Smoke“ zehn leiernde, knarzende, wabernde, fiepende und in höchstem Maße verspielte Tracks, die in Kombination mit Cover und Titel eindeutige Rückschlüsse zulassen. Art-Pop nennt man das wohl.

Dabei beginnt mit „Headlines“, dem kleinen Mini-Club-Hit für die Kifferstube von nebenan, alles noch recht harmlos: Eingängig, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig, pluckert der Song vor sich hin und setzt eine erste Duftmarke für das, was da noch kommen mag. Spätestens bei Track zwei fragt man sich allerdings, was mit White Williams eigentlich los ist. Was will der Mann? Den Glamour des gewählten Vornamens hätte es jedenfalls für diesen eigentümlichen Electro-Mix nicht gebraucht, sein Geburtsname Joe ist doch auch ganz cool. Wie dem auch sei, „Smoke“ überzeugt jedenfalls mit allumfassendem, irgendwie infantilem Nerd-Charme.

Mehr als zu Gute kommt der Platte von daher auch ihr Do-it-yourself-Charakter. Innerhalb von zwei Jahren am Laptop und mit schmalem Studio-Equipment entstanden, hat sich „Smoke“ dem Mashup-Prinzip der Rekontextualisierung verschrieben: Sounds entstanden algorithmisch, Gitarren und Stimmen wurden runtergepitcht, dupliziert und wieder eingesetzt etc.. Das hat was und ist mehr als nur interessant umgesetzt. Überhaupt umweht das Album ein erfrischender Hauch des Anarchismus, den man einfach mögen muss. Und spätestens dann, wenn im Titeltrack der Slap-Bass ausgepackt wird und dazu alles so dermaßen leiernd hängt, als würde ein fußkranker Wanderfalke die imaginäre Bandmaschine antreiben, hat sie einen, die Platte. Eben unperfekt, aber sympathisch.

Anspieltipps:

  • Headlines
  • Danger

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