Ben Hamilton - Bull In An China Shop - Cover
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Ben Hamilton Bull In An China Shop


  • Label: Labels/EMI
  • Laufzeit: 63 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Gerade mal nach einem Jahr bringt Ben Hamilton sein zweites Album „Bull In A Chinashop“ heraus und das hat seine Gründe. Hatte Hamilton bei seinem Debüt noch viel Unterstützung von außen, wollte er mit seinem zweiten Werk mehr er selbst sein. Die rauchige, Ray LaMontagne Stimme und die Akustikgitarre rücken weitestgehend in den Vordergrund und sorgen für einen Silberling, der sich wirklich eine Singer/Songwriter-Platte schimpfen lassen kann. Allerdings merkt man an Produktion und Präsentation, das der Mainstream nicht am jungen 2,10m Hünen vorbeigerauscht ist.

„Friends“ selber zeigt sich noch von einer klaren songwriterbeseelten Seite mit den oben genannten Hauptattributen, doch schon „Bull In A Chinashop“ erinnert in seiner Machart an den Erstling von James Blunt, wenngleich die raue Stimme des Sängers und auch die Art des Gitarrenspiels stark unterschiedlich sind. „Forest Love“ überrascht dann mit einem poppigen Beat und U2-Gedächtnistöne, die ab und an aufkommen. Ein toller Refrain, auch wenn wir uns hier nahe zur Pop-Musik begeben. Spätestens mit „Milestone“ hat dann auch der letzte erkannt, dass Ben Hamilton wenig mit der Trauer eines Damien Rice zu tun hat, sondern eher beschwingte Stücke zum mit dem Fuß dazu stampfen schreibt. Es tauchen auch hier und da diese Bridges auf, die sonst für das Pop und Rock üblich sind, um den Song zurückzuführen.

„Boris“ ist dann die Rückkehr zu dem, was die meisten Hörer erwarten. Die sanfte Gitarre und eine einfühlsame Stimme, die den Hörer erreicht. Natürlich dürfen auch wieder alle anderen Instrumente einsteigen und so entwicjelt das Lied sich leider wie die meisten anderen vorher auch. Ein durchweg ruhiges Akustikstück wäre vielleicht eine gute Abwechslung gewesen, denn auch wenn alle Stücke bis zu diesem Zeitpunkt überzeugen, kommt es dem Hörer fast zu sehr wie aus einem Guss vor. Die Optimismusschiene wird dann mit „Looking Glass“ ausgebaut und wie als Kontrastprogramm werden dagegen „Runaway“ und „Ajar“ aufgefahren. Hat ersteres zwar noch einen süßlichen Unterton, kommt Ajar fast wie eine Indie-Club-Nummer daher. Hier wird mit synthetischer Musik gearbeitet, die bisher eher zurückhaltend war. Diese langsame Spur wird beibehalten und unter den folgenden Stücken klingt ausgerechnet „Satan Is Drag“ am positivsten.

Der Endspurt beginnt ganz behäbig mit „Move To The Sun“, was wie eine Hommage an das Songwriter-Genre anmutet, bevor man mit „Saturated“ wieder an die Anfänge von „Bull In A Chinashop“ erinnert. Dann lässt Hamilton sich noch einma richtig aus, zaubert das düstersanfte „Happy Alone“ aus dem Hut und liefert noch eine Synthie-Pop-Nummer zum Abschluss. So endet das zweite Album des berlinischen Briten (oder andersrum) und man fragt sich, wie sehr er sich nächstes Mal dem Pop annähert und wie lange der Synthesizer sein Freund bleibt. Dieses mal kommt ein teilweise zu homogenes Werk zu Stande, das aber durch schöne Melodien, die charakteristische Stimme des Sängers und der Verschiedenheit am Ende überzeugt.

Anspieltipps:

  • Looking Glass
  • Runaway
  • Drug Abuse

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