Machinery - The Passing - Cover
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Machinery The Passing


  • Label: Regain Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem es in den Neunzigern etwas stiller um den Thrash Metal geworden war, gibt es mittlerweile Bands dieser Musikrichtung wie Sand am Meer. Dabei findet man wirklich besondere und außergewöhnliche Gruppen leider eher selten, zu vieles geht in einer Art Einheitsbrei unter und verschwindet wieder in der Versenkung. Die schwedische Band Machinery springt ebenfalls mit auf den Thrash-Zug auf. Stellt sich nun die Frage, fährt die fünfköpfige Truppe dieses Gefährt gegen den nächsten Baum oder geradewegs in die Herzen der stetig wachsenden Fangemeinde dieses Musikstils. Gegründet im Jahr 2001 durch Drummer Johan Westman und Gitarrist/Sänger Michel Isberg, bewegte sich die Truppe vom anfänglich reinrassigen Thrash Metal mehr und mehr hin zu einer Mischung aus ebenjenem, Heavy Metal und feinstem Black Metal. 2006 war es dann soweit, das Debüt „Degeneration“ wurde veröffentlicht und offenbarte eine sehr gute Kombination der angesprochenen Stile. Nach einer mehrmonatigen Tour quer durch Europa begab sich die Formation mit dem weiteren Gitarristen Mano Lewys, dem Bassisten Peter Berg und Keyboarder Fredrik Kingwall Mitte letzten Jahres wieder ins Studio, um am Nachfolger zu werkeln. Nach einem dreiviertel Jahr Arbeit erscheint nun der Zweitling „The passing“.

Schon dem Opener „Gold“ merkt man die Verknüpfung verschiedener Elemente unterschiedlicher Musikstile positiv an. Die cleane Stimme von Isberg klingt trotz der ungeheuren Klarheit kraftvoll und energisch. Dabei stellt der Sänger gerade in diesem ersten Stück unter Beweis, mit welch großem Tonumfang und mit welch riesigen Tonsprüngen er umgehen kann. Das Arrangement des Songs bietet, vor allem durch den ruhigen C-Part vor dem Solo eine Spur von Progressive-Metal der im weiteren Verlauf des Albums immer wieder seinen Stellenwert findet wird. In „Reason is the truth“ fährt Schlagzeuger Westman zu Höchstform auf. Harte unglaublich schnelle Rhythmen, dazu Shout-Vocals vom feinsten. Man kann gar nicht glauben, dass hier ein und derselbe Sänger am Mikro steht. Damit ist es bewiesen: Die Jungs beherrschen auch Black Metal mehr als nur gut. Das nächste Stück schlägt zwar wieder den Weg in Richtung Thrash Metal ein, jedoch findet man, erzeugt durch langsame, schwere Riffs gepaart mit schnellen Drumparts auch eine Prise Death Metal vor.

Nach einem von Gothic angehauchten Intro knüppelt in „Dead man“ zunächst die Double-Base ungehindert los. Im Refrain jedoch wird das Tempo reduziert und die angesprochenen progressiven Elemente tauchen wieder auf. Im weiteren Verlauf findet man so immer wieder etwas von der einen Musikrichtung abgeschmeckt mit einer Prise von einer anderen Richtung, garniert mit einer weiteren. Negatives gibt es dabei kaum etwas zu berichten: An den Gitarrensolos könnte in Zukunft durchaus noch etwas länger gefeilt werden, denn die sind zum Teil noch zu unausgegoren. Auch sollte der Bass durchaus andere Linien spielen als immer nur die Melodien der Gitarren wiederzugeben oder genau die Rhythmik der Basedrum zu kopieren. Jedoch sind das im Gesamtkontext betrachtet eher Kleinigkeiten, die den positiven Eindruck nicht wirklich trüben können.

Bewundernswert bei den Schweden ist vor allem ihre Verwandlungsfähigkeit ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Denn wirklich jede der verwendeten Musikrichtungen passt sich gut ins Gesamtkonzept ein und wirkt nicht losgelöst. Mit diesem Konzept heben sich Machinery von vielen Bands der Neo-Metal-Szene ab und senden auch ein deutliches Ausrufezeichen an andere altgediente Formationen, wie Testament oder Opeth. Man kann sich sicher sein, wenn die Truppe auf diesem Weg konsequent weitergeht, wird man noch des Öfteren von ihnen hören!

Anspieltipps:

  • Gold
  • I divine
  • Delirium in Vengeance
  • Decide by pain

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