Kelly Rowland - Ms. Kelly (Deluxe Edition) - Cover
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Kelly Rowland Ms. Kelly (Deluxe Edition)


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Destiny's Child war die weltweit erfolgreichste Girlband in den 90er Jahren. 2005 trennten sich die Wege der verbliebenen drei Sängerinnen Beyoncé Knowles, Kelly Rowland und Michelle Williams. Schon vor der Auflösung probierten Beyoncé und auch Kelly Solopfade aus. Bei Beyoncé ist der Erfolg bekannt, aber auch Kelly kam mit ihrem Debüt „Simply Deep“ bis an die Spitze der englischen Charts. Nun veröffentlicht Branchenriese SonyBMG-Werk Nummer zwei.

Kelly holte sich neben Beyoncés Vater und Ex-Destiny's-Child-Manager Mathew u.a. auch Beyoncés Schwester Solange, die bekannten Songschreiber und Mitproduzenten Billy Mann (Joss Stone,Take That, Sting, P!nk), Scott Storch (Snoop Dogg, Christina Aguilera) und ihren Lieblingssongschreiber Sean Garrett (Destiny's Child, Mary J. Blige, Chris Brown) ins Boot. Positiv ist die Tatsache, dass Ms. Rowland an zehn der 13 Songs mitkomponiert hat, also anscheinend nicht nur singen kann, sondern auch das Album nach ihren Wünschen gestalten konnte. Als Gastsänger kommen Eve, Da Brat, Snoop Dogg und Tank zum Einsatz, für Black-Music-Verhältnisse ein recht übersichtliche Schar.

Die erste Singleauskopplung „Like this“ mit Eve gefällt mit Beats der Marke Ohrwurm, denn nicht nur der Gesang von Kelly und Eve überzeugt, auch die eingeschlagene musikalische Richtung R&B meets HipHop trifft den heutigen Geschmack der Hörer. Die Zusammenarbeit mit dem omnipräsenten Snoop Dogg, „Ghetto“, der wieder seine völlig entspannten Reime anbringt, ist solides Black-Music-Handwerk und Rowland setzt auch ihre stimmliche Marke dagegen. „The show“ mit Tank ist ein langsamer Song, der mit viel Groove und Gefühl trotz seines nicht vorhandene Tempos nur durch die guten und soulgetränkten Stimmen von Kelly und Tank erfolgreich getragen wird. Auffällig an dieser CD ist der häufige Gebrauch von Geigen und auch das Piano bekommt seine Einsätze, damit die Balladen, die Kelly Rowland ebenfalls im Repertoire hat, gut klingen. Dabei wird ab und zu die Schmerzgrenze erreicht. Das süßliche „Love“ hüllt den Hörer mächtig in Zuckerwatte. Und das kann auf Dauer ganz schön ungesund sein.

Der Schlusstrack und internationale Bonus Track „Gotsta go“ mit Rapper Da Brat schließt den Reigen zum Opener „Like this“, denn er wildert eindeutig in HipHop-Gefilden und untermauert den Abwechslungsreichtum auf diesem Album. Manchmal wird man das Gefühl nicht los, dass zu viele Beats und auch Produzenten zuviel wollen oder die Balladenfraktion überhand nimmt, doch hier stimmt die Mischung noch. Eine überdurchschnittliche R&B-Platte, die aber ein wenig überproduziert und zu perfekt wirkt, die Chancen auf Erfolg stehen aber durchaus gut.

Die nun, ein Jahr nach dem Release des ursprünglichen Albums vorgelegte „Deluxe Edition“, stellt sich leider als schlechter Witz heraus, der den Namen „Deluxe“ in keiner Weise verdient. Anstatt einer aufgebrezelten Version mit Bonus Tracks wurden einfach ein paar Stücke des Originals weggelassen bzw. durch neue Songs ergänzt („Daylight“, „Broken“, „Unity“, „Love again“, „No man no cry“) sowie zwei überflüssige Remix-Versionen dazugefügt. Sinnloser geht’s nimmer.

Anspieltipps:

  • Like This
  • Ghetto
  • The Show
  • Gotsta Go

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