Rekorder - Revolution - Cover
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Rekorder Revolution


  • Label: Muscon Records/Intergroove
  • Laufzeit: 31 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Revoluzzer-Rock. Eine deutsche Rockband aus Frankfurt am Main und ihr Konzeptalbum können zwar die Frage nach einer endgültigen Begriffsdefinition auch nicht beantworten. Dennoch wissen sie mit Ihrer „Revolution“ anzustacheln und den in jedem von uns verborgenen Manfred Mustermann mal gehörig die Sporen zu geben.

Bereits die Interviewkollage des Platteneinstiegs „Was Ist...?“ zeigt das ganze Wirrwarr, welches mit einer Beschreibung der Bedeutung von Revolution mit einhergeht und ist zugleich auch der geeignete Übergang zum ersten Höhepunkt dieser musikalisch wie auch textlich ungemein überzeugenden Platte. Schon nach wenigen Takten des Titeltracks fragt man sich, ob man es hier mit einer Super-Group, bestehend aus den seligen Selig, dem eigens für diese Platte herabgestiegenen Reiser Rio und Kante zu hören hat. Ähnlich melodisch rocken sich Rekorder danach in ihr nächstes Kapitel „Mein Universum Kollabiert“. Ein Song über das Erkennen des Älterwerdens und dem damit verbundenen Wechselspiel zwischen Hin- und Selbstaufgabe. Die markante Stimme von Sänger Claudio D’Ambrogio krallt sich ins Ohr und das energiegeladene Zusammenspiel der Band wirkt hier noch intensiver und bestechender als auf ihrem Debüt „Lass Uns Reisen“. Mit „Ich Breche Aus“ schlagen Rekorder schliesslich die lyrische sowie instrumentelle Brücke zwischen Anpassung und der Loslösung von Zwängen. Und so explodiert auch der Refrain dieses kraftvollen Stücks, welches an seinem Ende dann aber scheinbar befreit und zufrieden mit der Akustikgitarre zum Fade-Out eskortiert wird.

Das vom „Strassenlaternenblues“ eingeleitete „Die Lichter Meiner Stadt“ steht zwar ausserhalb des sich durchs Album ziehenden roten Revolutions-Faden, aber kann hier durchaus auch mit anderer Thematik überzeugen. Mit gedrosseltem Tempo avanciert dieses Liebeslied an Vergangenes zum balladesk-rockig und traurigen Höhepunkt dieser „Revolution“. Der eigentlich durchweg positive Gesamteindruck wird lediglich durch die inhaltlich zwar ins Konzept passende, aber dann doch eher laue Coverversion des Grauzone-Hit „Eisbär“ vergangener NDW-Tage minimal getrübt. Schwamm drüber! Das gleichermassen melodische wie auch eingängige „Meine Welt“, sowie der krönende Abschluss „Im Norden“, mit dem entspannten und einer am Ende dann mit sich im reinen zu scheinenden Band, lassen diesen kurzen Durchhänger postwendend wieder vergessen.

Rekorder bescheren uns mit Ihrer „Revolution“ ein von Anfang bis Ende stimmiges und rockendes Album. Gesellschafts- und Selbstkritische Texte, die sich dennoch nicht im Pseudointellektuellen verlieren, eine herzhafte Portion Wut im Bauch, Rockmusik fernab von protzigem Chartgehabe und eine erstaunlich lang anhaltende Kurzweiligkeit der insgesamt sieben „echten“ Songs. Davon bitte dann das nächste mal auch etwas mehr!

Anspieltipps:

  • Revolution
  • Mein Universum Kollabiert
  • Die Lichter Meiner Stadt
  • Im Norden

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